Seilbahn Weissenstein

Alle 49 Gondeln der neuen Seilbahn haben einen Götti

Die Eröffnung der neuen Seilbahn Weissenstein naht: Am 20. Dezember werden die Gondeln in Betrieb genommen. Für alle Gondeln wurden bereits Patenschaften übernommen.

Sven Altermatt
Drucken
Teilen
Unternehmen, Einwohner- und Bürgergemeinden und auch einige Privatpersonen haben eine Patenschaft für die neuen Weissenstein-Gondeln übernommen.

Unternehmen, Einwohner- und Bürgergemeinden und auch einige Privatpersonen haben eine Patenschaft für die neuen Weissenstein-Gondeln übernommen.

Tina Dauwalder und Tom Ulrich

Kein Wunder, lässt sich Rolf Studer seine Laune jetzt durch nichts verderben. Die Stimmung beim Vizepräsidenten der Seilbahn Weissenstein ist gelöst und das wohl nicht nur gegen aussen hin. Ja klar, bestätigt Studer, bis zum Betriebsstart der Gondelbahn am 20. Dezember gebe es noch viel zu tun. Gefordert sind vor allem die Bauarbeiter in den drei Stationen, da mag man schon in Hektik verfallen. «Doch jetzt sollte nichts mehr schiefgehen», so Studer. Es fehle eigentlich nur noch die Genehmigung aus Bern.

Anfang Dezember wird die Bahn von Beamten des Bundesamts für Verkehr eingehend geprüft. Am 19. Dezember soll dann die Betriebsfreigabe erfolgen – einen Tag vor der Eröffnung. Doch wie schon Geschäftsführer Konrad Stuber bestätigt auch Studer: Die derzeitige Vorabname laufe wie gewünscht. Nur da und dort sind Feinarbeiten oder Justierungen nötig. Und diese seien nicht der Rede wert.

Programm am ersten Wochenende: Wer ist bei der Jungfernfahrt dabei?

Das offizielle Eröffnungsfest am 20. Dezember beginnt um 10 Uhr mit Ansprachen und einer Segnung, haben die Betreiber bekannt gegeben. Anschliessend findet die Jungfernfahrt statt. Weil die Gondeln – im Gegensatz zum alten Sessellift – barrierefrei sind, seien Mitglieder von Insieme zur ersten Fahrt eingeladen worden. Ab 12 Uhr ist die Bahn dann für alle offen. Am ersten Wochenende kostet eine Retourfahrt für Kinder 5 und für Erwachsene 10 Franken. Am Samstag und am Sonntag sind auch musikalische Auftritte geplant; bei der Talstation gibt es eine Festwirtschaft und Verpflegungsstände. In diesem Jahr wird die Bahn zudem auch an den Weihnachtsfeiertagen in Betrieb sein, die ersten Nachtfahrten sind an Silvester geplant. (szr)

Fahrpläne aufgeschaltet

Jedenfalls ist sich die Betreiberin jetzt ihrer Sache derart sicher, dass sie die entscheidenden Weichen gestellt hat: Das Programm für das Eröffnungsfest ist bekannt, Fahrpläne und Preislisten sind im Netz aufgeschaltet. Grosses Aufatmen am Berg also? Nun, Studer freut sich freilich auch mit Blick aufs Geld. Jede einzelne der Gondeln sollte einen Paten erhalten – eine Gotte oder einen Götti, wie die Bahn das nennt. Stolze 5000 Franken kostet ein Metallschild mit Signet und Namensgravur in einer der Kabinen. Alle Gondeln haben schon einen Sponsor gefunden, viel früher als angenommen. Kleine Milchbuchrechnung, ohne Gewähr auf deren Richtigkeit: Bei 49 Gondel-Sponsoren, die einmalig je 5000 Franken bezahlt haben, hat die Seilbahn allein damit 245 000 Franken verdient.

Zumindest liest sich die Paten-Liste wie ein kleines Who’s who der lokalen Wirtschaft. Wer draufsteht, suggeriert die Liste, fühlt sich dem Solothurner Berg verpflichtet. Oder wie formuliert es die Betreiberin gleich selbst: Wer die Bahn unterstütze, dürfe auf einen «grossen Sympathie-Bonus» zählen in der Region.

Allein, auch zwölf Gemeinden – viele haben Aktien der Bahn gezeichnet – stehen Pate. Apropos Sponsoring: Sämtliche Werbeflächen an den Masten der Bahn sollen schon verkauft sein. Kostenpunkt laut offizieller Preisliste: 10 000 Franken pro Mast.

Und der Parkplatz-Knatsch?

Der Vorverkauf für die Fahrkarten laufe ebenfalls sehr gut, heisst es bei der Betreiberin. Am Tag der Eröffnung sollen die Geschwister Biberstein, die Ländlergiele Hubustei und der Chor Tertianum auftreten. Wer am Fest ans Rednerpult treten und Taufpate der Bahn wird, will Vizepräsident Studer derweil noch nicht verraten.

Einen Knackpunkt gäbe es ja dann doch noch: eine Beschwerde der BLS ans Verwaltungsgericht. Ihr gehört das Parkplatz-Areal bei der Talstation in Oberdorf. Die Berner waren mit dem Vorschlag, wie die Parkfelder gestaltet werden, nicht einverstanden. Ist nun tatsächlich eine Einigung in Sicht? «Die Verhandlungen stehen vor dem Abschluss», bestätigt Rolf Studer.

Die Parteien haben Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Die Parkplätze seien nicht grundsätzlich bestritten. «Völlig unnötig», so Studer, seien die Gerüchte, die Unstimmigkeiten setzten gleich die ganze Eröffnung aufs Spiel. Am Eröffnungstag plane man ohnehin ein spezielles Parkplatz-Regime. Ruhig Blut, findet Studer und lächelt fein. «Jetzt fehlt nur noch der Schnee.»