Kunsthaus Grenchen

Was bewegt einen Künstler zur Schenkung?

In den letzten Jahren erhielt das Kunsthaus Grenchen umfangreiche Schenkungen. Das Podium «Schenken leicht gemacht» ging dem auf den Grund.

Kaspar Haupt
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Von links: Künstler Thomas Woodtli, Dorothee Messmer (Kunsthaus Olten), Moderatorin Isabelle Zürcher und Künstler Urs Dickerhof.

Von links: Künstler Thomas Woodtli, Dorothee Messmer (Kunsthaus Olten), Moderatorin Isabelle Zürcher und Künstler Urs Dickerhof.

Kaspar Haupt

Die aktuelle Ausstellung «Vergissmeinnicht» im Kunsthaus Grenchen dokumentiert Arbeiten aus den letzten Schenkungen. Neben Führungen zu dieser Austellung stand aber vor allem das Podiumsgespräch «Schenken leicht gemacht?» im Mittelpunkt.

Teilnehmer waren: Dorothee Messmer (Direktorin Kunsthaus Olten), Urs Dickerhof (Künstler und ehemaliger Direktor der kantonalen Schule für Gestaltung Bern und Biel) sowie Künstler Thomas Woodtli (Leiter der Fachkommission bildende Kunst und Architektur des Kanton Soloturn). Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Isabelle Zürcher vom Kunsthaus Grenchen. Der Grossteil der Besucher waren Kunstschaffende.

Museen sind nicht nur Vermittler

Was bewegt einen Künstler zur Schenkung seiner Werke zu Lebzeiten an ein Kunsthaus oder Museum? Bekannt ist, dass Kunst-Institutionen primär Kunstvermittler sind – Sammeln, Bewahren und Erforschen sind jedoch wichtige Tätigkeiten, die zum Erhalt von Kulturgut wichtig sind. Ein Künstler leistet mit seiner Schenkung also auch einen Beitrag an die Erhaltung des Kulturgutes.

In seiner Schenkung sieht der Künstler Urs Dickerhof einerseits eine Hommage an seinen Förderer – den Galeristen und ersten Kustos des Kunsthauses – Toni Brechbühl. Anderseits sei es ein Dank an die Stiftung Kunsthaus, die schon früh zahlreiche seiner Werke aufgekauft habe. Dickerhof: «Das Kunsthaus Grenchen ist deshalb der einzig richtige Ort für mein grafisches Werk.» Auch Dorothee Messmer zeigte sich aufgeschlossen gegenüber Schenkungen, jedoch müssen für sie gewisse Aspekte stimmen. «Vor allem», sagte die Direktorin des Oltner Kunsthauses, «müssen die Arbeiten in den Rahmen unsere Sammlung passen.

Das Museen Schenkungen oder Nachlässe entgegennehmen sei für ihn verständlich, äusserte sich Thomas Woodtli. Er sei aber dagegen, dass der Staat Schenkungen entgegen nehme, wenn er diese anschliessend weiter verschenke. Vielmehr sehe er im Staat die Institution, die bildende Kunst fördern solle und die Museen und Kunsthäuser finanziell unterstützen.