Verein Bachtelen Kinderheime
Einmal mehr muss sich das Bachtelen Veränderungen stellen

An der Generalversammlung des «Bachtelenvereins» wurde der langjährige Gesamtleiter Karl Diethelm mit grossem Applaus verabschiedet. Das Bachtelen muss sich der nächsten kantonalen Reorganisation stellen.

Andreas Toggweiler
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Vereinspräsident Felix Heiri bedankt sich bei Gesamtleiter Karl Diethelm (rechts) .

Vereinspräsident Felix Heiri bedankt sich bei Gesamtleiter Karl Diethelm (rechts) .

Andreas Toggweiler

«Mein erstes Jahr als Präsident durfte ich gleich mit Volldampf antreten, hatten wir doch mit Covid, der Integration der Kinderheime Solothurn (KISO) und dem zeit- und ressourcenintensiven Projekt OptiSO+ des Kantons einige spannende Herausforderungen», sagte Felix Heiri, Präsident des Vereins Bachtelen Kinderheime und Sonderschulen. Er ist Träger der grössten sonderpädagogischen Institution im Kanton.

Taso Solothurn geht verloren

Die nächste gesamtkantonale Reorganisation der Bereiche Sonder- und Heilpädagogik stehe in einer entscheidenden Phase. Ende August informiere das Volksschulamt über die getroffenen Entscheide. Neu werden je nach Schwere der Beeinträchtigung drei Stufen unterschieden. Bereits wurde entschieden, dass das Bachtelen die von ihr betriebene Tagesschule Solothurn aufgeben muss, mit deren Aufbau per Schuljahr 2000/2001 man vom Regierungsrat im November 1999 beauftragt wurde.

Beschlossen ist laut Heiri auch, dass das Bachtelen die Bedarfsstufe 1 für die Region Grenchen-Lebern West-Bucheggberg sowie für die Region Dorneck führt. Für weitere 13 Angebotspakete der Stufen 2 und 3 habe man sich beworben. Je nach Regierungsentscheid werde man «die Ärmel hochkrempeln oder Personal abbauen müssen».

14 Bundesordner mit Papier habe sodann das Einholen der «Privatschulbewilligung plus» beim Volksschulamt erfordert.

Rückblick auf 26 Jahre

«Erlaubt mir, dieses Jahr nicht nur auf ein Jahr zurückzublicken, sondern auf 26 Jahre», sagte der abtretende Gesamtleiter Karl («Charly») Diethelm. Und so erzählte er beispielsweise, wie es gelungen sei, für den besagten Aufbau der Tagessonderschulen Solothurn und Olten innert kürzester Zeit 30 Mitarbeitende neu anzustellen und Gebäude zu finden.

«Das mutet beinahe magisch an. Schon damals konnte ich auf tolle, fachlich hervorragende, engagierte und menschlich feine Mitarbeitende zählen»,

sagte Diethelm.

Grössere Umwälzungen habe er mit dem Rückzug der IV aus der Sonderschulfinanzierung (2011) erlebt oder mit dem Aufbau des Angebots für regionale Kleinklassen (jetzt Spezialangebot Verhalten) für verschiedene Regionen. Grosse Veränderungen habe es auch im Internatsbereich gegeben, wo das Angebot laufend dem Bedarf angepasst werden musste. Während die klassischen Schulinternatsplätze abnahmen, stieg die Nachfrage der Sozialämter nach Ganzjahresplatzierungen.

Die Kooperation mit der Regelschule sei enger und besser geworden. Als Frucht dieser Entwicklung bezeichnete Diethelm den ersten städtischen Kindergarten, der demnächst auf dem Bachtelen-Gelände eröffnet wird.

Abschiedsfeier am 10. September

Auch schwierige Momente liess Diethelm in seinem Rückblick nicht aus: So als am Samichlaus-Tag des Jahres 2013 ein Schüler durch einen Eindringling niedergestochen und lebensgefährlich verletzt wurde.

Am kommenden 10. September wird Karl Diethelm in einer Feier unter Beteiligung des Regierungsrats feierlich verabschiedet. An der GV konnte er vorerst Standing Ovations der Vereinsmitglieder entgegennehmen. Nachfolger von Diethelm wird Gustav Keune, der seit 2013 das Sonderpädagogische Zentrum leitete. Als neue Gesamtleiterin Koordination und Entwicklung stellte sich Nicole Baracchi vor.

Budget von OptiSO+ abhängig

Roger Rossier vom Leitenden Ausschuss erläuterte in Vertretung des krankheitshalber abwesenden Finanzverantwortlichen Marcel Probst die Jahresrechnung vor. Dies schloss bei einem Aufwand von 24,9 Mio. Fr. mit einem Überschuss von 695'000 Fr. ab. 81 Prozent des Aufwandes sind Personalkosten. Das Budget wird wie immer vom Leitenden Ausschuss verabschiedet. Es wird stark von den Entscheidungen des Kantons in Sachen OptiSO+ abhängen.

In der Vereinsleitung gab es folgende Wechsel: Im Leitenden Ausschuss folgt Gaby Mathys auf Susan von Sury, die auch aus dem Vorstand zurücktritt; Ivo Erard und Sr. Bettina Schuwey wurden aus dem Vorstand verabschiedet, Mathias Stricker und Marco Crivelli neu gewählt.

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