Grenchen

Starke Bands, fröhliche Stimmung, klares Schutzkonzept: Die Corona-Edition des «Rock am Märetplatz»

Das Grenchner «Rock am Märetplatz» war dieses Jahr trotz Corona zu geniessen - mit rigorosen Eintrittskontrollen und guter Stimmung. Um die 300 Personen wohnten dem Anlass bei.

André Weyermann
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Den Auftakt machten «Hardroad», die sich früher «Blues Rock Machine» nannten.
11 Bilder
Sie traten nicht das erste Mal in Grenchen auf.
Rock am Märetplatz Grenchen 2020
Danach «Bad Ass Romance», die noch einen Gang höher schaltete.
Das Krokus-Urgestein Fernando von Arb.
Die Band hat sich dem härteren Rockgenre verschrieben
Rock am Märetplatz 2020 Patskats
Freddy Steady Frutig, Ex Schlagzeuger von Krokus, beim Anstossen.

Den Auftakt machten «Hardroad», die sich früher «Blues Rock Machine» nannten.

Oliver Menge

Es wurde eine friedliche, fröhliche Party, diese Ausgabe 2020 von «Rock am Märetplatz». Natürlich bevölkerten nicht wie in den vergangenen Jahren riesige Menschenmassen Grenchens Zentrum. Dafür ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt. Schon mit dem Zusatz «Corona Edition» gaben die Organisatoren (André von Arb, Marcel Geissbühler, Marc Frigg, Christian Marti, Chrigu Stalder) die Richtung vor. Die Gesundheit der Akteure, der Helfenden und des Publikums hatte oberste Priorität. Mit einem ausgeklügelten Schutzkonzept mit drei Sektoren, die höchstens hundert Personen fassten, rigorosen Eintrittskontrollen und dem strikten Einhalten der geltenden Vorschriften versuchte man der herrschenden Lage an der Corona-Front Herr zu werden. Auch war man bei der Werbung zurückhaltend. An die 300 Personen (über den ganzen Abend verteilt) wollten sich den Anlass, der dank diverser Sponsoren gratis zu geniessen war, nicht entgehen lassen, freuten sich, dass wieder einmal Live-Musik unter freiem Himmel geboten wurde. Naturgemäss herrschte dabei weniger Bewegung als auch schon, die Besuchenden zeigten sich sehr diszipliniert und genossen den Abend sichtlich, aber nicht ausschweifend, auf Bewegung und enge Kontakte wurde grösstenteils verzichtet.

Sichtlich Freude hatten auch die auftretenden drei Bands, die es einfach genossen, wieder zu Live-Acts zu kommen und demonstrierten dies auch mit inspirierten Auftritten.

Den Auftakt machten «Hardroad», die sich früher «Blues Rock Machine» nannten und in unserer Stadt schon einige Auftritte bestritten haben. Stilistisch boten sie einen Mix aus Einflüssen des US Southern Rock von Blackfoot bis Lynyrd Skynyrd und dem britischen Blues Hard Rock von Thin Lizzy bis Whitesnake. Eingängige Musik mit viel Wiedererkennungswert sorgte schon bald für gute Stimmung. Bemerkenswert die gelegentlichen «Zwiegespräche» zwischen den beiden Gitarristen.

Danach «Bad Ass Romance», die noch einen Gang höher schaltete. Kein Wunder spielt in dieser Band doch Krokus-Urgestein Fernando von Arb, einer der innovativsten Schweizer Gitarristen, sein Groove und seine Soli sind nach wie vor Extraklasse. Dazu hat man den aufstrebenden Pat Tschäppät als zweiten Gitarristen engagiert. Die Band hat sich dem härteren Rockgenre beschrieben, wagt aber auch Ausflüge ins bluesige und gar balladenhafte. Stark auch Trummer DEDE Kaufmann und Bassist Dan Grossenbacher, der mit einer immensen Bühnenpräsenz und einer kräftigen und doch vielfältigen Stimme brillierte. War die Stimmung schon während des gesamten Auftritts gut, kochte sie beim Krokus-Hit «Bedside Radio» gar beinahe über.

Danach «PatSKAts. Der Bieler Musker «Pat» hat eine Musikrichtung aus der Versenkung geholt, die in der Schweiz nur noch selten gespielt wird: «Ska» nämlich, genauer gesagt Ska-Punk. Neben Coverversionen der einschlägigen Bands, brachten die vier Musiker aber auch überraschende Arrangements von weitherum bekannten Interpreten mit. So Nenas «99 Luftballons» oder «Ring of Fire» von Jonny Cash.

André von Arb zeigte sich zum Schluss zufrieden. «Wir wussten, dass es im Moment keine Null-Risiko-Veranstaltungen gibt. Wir haben aber nach diversen Rücksprachen mit der Stadtpolizei den Anlass so kalkulierbar gemacht wie möglich». Das Ganze hat gut funktioniert, ich habe eigentlich mit mehr Problemen gerechnet.». Ob die Rechnung aufgegangen ist, wird sich naturgemäss erst in ein paar Tagen zeigen.