Grenchen Süd

Projekt nach jahrelanger Diskussion auf der Zielgeraden: Bahnhofplatz soll neu gestaltet werden

Nach jahrelangen Diskussionen entscheidet der Gemeinderat Grenchen am Dienstag Abend über die Neugestaltung des Bahnhofplatzes (Grenchen Süd). Es geht um mehrere Kredite von total 6,5 Mio. Franken. Das letzte Wort hat das Volk an der Urne.

Andreas Toggweiler
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Visualisierungen Bahnhofplatz Grenchen Süd
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Visualisierungen Bahnhofplatz Grenchen Süd

Illustration zvg

Der Bahnhofplatz beim Südbahnhof soll «ein übersichtlich und einheitlich gestalteter
Ankunftsort mit hoher Aufenthaltsqualität und klarer Verkehrsführung» werden. Dies die Formulierung in der Vorlage, die dem Gemeinderat unterbreitet wird und über die der Rat am Dienstag Abend zu entscheiden haben wird.

Damit soll eine planerische Odyssee beendet werden, welche bereits im Jahr 2007 begonnen hat. Damals wurde von der Bau- und Planungskommission und vom Gemeinderat ein erstes Projekt für die Neugestaltung des Bahnhofareals mit Busumsteigeplatz angestossen. Es wurde ein Wettbewerb lanciert, der zwar ein Siegerprojekt hervorbrachte.

Das erste Projekt war (zu) stark umstritten

Dieses wurde aber trotz mehrerer Projektanpassungen nie realisiert. Die Meinungen im Rat gingen stark auseinander und nicht zuletzt wurden hohe Kosten kritisiert. Mit dem Abriss des alten Güterschuppens, der neuen Park+Ride-Anlage und dem Bau neuer Veloabstellplätze wurden immerhin seither einige Verbesserungen durch die SBB selber umgesetzt.

Die Situation blieb jahrelang pendent, unter anderem, da die Stadt zuerst auch von der Migros Aare Signale abwarten wollte bzw. von der Landi Reso. Nachdem klar wurde, dass weder Landi noch Migros grössere Projekte auf ihren Arealen beim Südbahnhof planen, nahm 2016 die Stadt den Faden wieder auf und erarbeitete verschiedene Varianten, die an einem Workshop des Gemeinderats diskutiert wurden.

Durchbruch erfolgte im Dezember 2018

Im Dezember 2018 entschied sich der Gemeinderat für eine Variante «Teilweise Verkehrsentflechtung», welche im Folgenden als Bauprojekt mit entsprechendem Projektierungskredit ausgearbeitet wurde. Es sieht vor, den neuen Busbahnhof auf dem Areal zwischen Migros und Kunsthaus zu realisieren, erschlossen über eine neue Verbindungsstrasse zwischen Freiestrasse im Norden bis hinunter zur Bahnhofstrasse.

Autos und Taxis werden weiterhin mittels Einbahnregime von West nach Ost durch eine Begegnungszone über den Bahnhofplatz geführt. Auch die Parkplätze nordwestlich des Bahnhofs sollen «nach heutigem Vorbild» bestehen bleiben, wie es heisst. Umfang und Standort der Veloabstellplätze bleiben bestehen. Um Platz für den Busbahnhof zu schaffen, muss ein Gebäude, das der Stadt gehört, abgerissen werden.

Viele neue Bäume sind eingeplant

Im Osten wie auch im Westen wird durch beidseitige Baumalleen eine Art Torsituation gebildet. Auf den Projektzeichnungen sind viele neue Bäume zu sehen. Die Kosten gliedern sich ein drei Bereiche: Die baulichen Gesamtkosten für die Neugestaltung werden auf 4,89 Mio. Fr. veranschlagt. Dazu kommen kosten von 760'000 Fr. für die Umwidmung von zwei Liegenschaften vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen.

Damit wird der Gemeindeversammlung bzw. für die Urnenabstimmung ein Kredit von 5,65 Mio. Fr. beantragt. Davon sollen 1,186 Mio. Fr. aus dem Fonds für Parkplatzbewirtschaftung und ÖV entnommen werden. Dazu muss der Souverän ebenfalls ja sagen.

Da die Sanierung der Leitungen unter der Bahnhofstrasse unabhängig vom Bahnhofplatz-Projekt nötig wäre, kommt ein Kredit in der Höhe von 590'000 Fr. dazu, den der Gemeinderat in eigener Kompetenz beschliessen kann.

Bauzeit soll zwei bis drei Jahre dauern

Und schliesslich will die Stadt auf dem Areal südlich des heutigen Migros-Parkplatzes auch noch eine weitere (bereits beschlossene) Unterflur-Sammelstelle für Glas und Metall bauen. Diese kostet 220 000 Fr.

Nach der Genehmigung durch den Gemeinderat wird das Projekt der Gemeindeversammlung (22. September) zum Eintreten vorgelegt. Eine Urnenabstimmung könnte möglicherweise bereits im November anberaumt werden. Ein Baubeginn (Abbrucharbeiten) könnte in der zweiten Hälfte 2021 stattfinden. Es wird mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren gerechnet.