Verein Freilichtspiele Grenchen

Noch einmal auftrumpfen: Iris Minder geht mit viel Elan ins zehnte Freilichtspiel

Iris Minders Jubiläumsinszenierung fürs 2021 ist aufgegleist. Das Stück heisst «Äs eigets Völkli». Christian Ambühl ist neuer Präsident des Vereins Freilichtspiele Grenchen.

Andreas Toggweiler
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Freilichtspiele von Iris Minder in Grenchen 2003: «Die Eule»
12 Bilder
2005: «Giigerain»
2007: «Chräjeruef»
2009: «Frömdi Herre – Frömdi Dienschte»
2009: «Frömdi Herre – Frömdi Dienschte»
2011: «Ich glaub‘ mich tritt ein Pferd»
2013: «Uhregrübler»
2015: «Näbu»
2015: «Näbu»
2017: «Wiiberheer»
2017: «Wiiberheer»
Freilichtspiele von Iris Minder in Grenchen

Freilichtspiele von Iris Minder in Grenchen 2003: «Die Eule»

Manuela Jäggi

In einem Jahr wird die Grenchner Theaterautorin und Regisseurin Iris Minder im Eichholz ein weiteres Freilichtspiel inszenieren. «Dies alles, wenn Corona uns nicht einen Strich durch die Rechnung macht», meint Minder vorsichtig, als wir sie zusammen mit Mitgliedern des Vereinsvorstands in ihrem Theateratelier «Gänggi» am Höhenweg treffen.

In der Tat wurde Minder wie die meisten Kulturschaffenden hart getroffen. Ihre Projekte – z. B. auf Schloss Landshut, wurden abgesagt oder verschoben, im ohnehin kleinen Theateratelier könnten unter dem Coronaregime nur noch acht Leute zuschauen, was Auftritte vorerst verunmöglicht.

Für Iris Minder sind es gleich drei Jubiläen

Doch wenn es möglich wird, möchten Minder und der Verein Grenchner Freilichtspiele noch einmal auftrumpfen. «Es ist das zehnte Freilichtspiel, ich werde 70 und werde dann 30 Jahre kulturschaffend in Grenchen sein», erklärt Minder zum Umstand, warum sie es noch einmal wissen will. Ein dreifaches Jubiläum, über das sie sich freuen würde, wenn es stattfinden kann.

Prominente Unterstützung erhält sie dabei von Christian Ambühl, seines Zeichens Kommandant der Grenchner Stadtpolizei. Er hat kürzlich das Präsidium des Vereins Freilichtspiele Grenchen übernommen (vgl. Kasten). Das Jubiläumsfreilichtspiel heisst «Äs eigets Völkli» und ist – wie könnte es anders sein – den Grenchnerinnen und Grenchnern gewidmet. «Es ist ein Spaziergang mit Augenzwinkern durch die Geschichte Grenchens», meint Lorenz Probst. Er gehört zum schauspielerischen Kernensemble Minders und ist im Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Natürlich nimmt die Zeit und später die Zeitmessung eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Rolle ein. Angefangen beim mitunter immer noch rätselhaften Schalenstein über die Römerzeit bis zum Beginn der Uhrenindustrie in Grenchen. «Die Zeit wird als Person auftreten», verrät Probst.

Polizeikommandant Christian Ambühl leitet das OK Im Hinblick auf das 10. Freilichtspiel wurde auch der Trägerverein, der Vorstand amtet eigentlich als OK, neu formiert. Es wird von Christian Ambühl präsidiert, der dieses Amt von Daniela Sutter übernommen hat. Er habe zwar kein Schauspielblut, meint der Kommandant der Stadtpolizei, wolle sich aber für ein ihm sympathisches Vorhaben engagieren und damit ein kulturelles Projekt in Grenchen unterstützen, meint Ambühl. Konrad Schleiss (Finanzen), Hanspeter Crivelli (der langjährige und verdiente Chef Bauten/Infrastruktur der Freilichtspiele), Laura Zberg (Sekretariat), Cristina Pitschen (Beisitz & Catering) sowie Lorenz Probst (Medienarbeit/Kommunikation, bisher) haben sich bereit erklärt, das Vorhaben gemeinsam mit OK-Präsident Ambühl und Iris Minder als künstlerische Leiterin zu realisieren.Der Verein bietet verschiedene Mitgliedschafts- und Gönnerkategorien an. (at.)

Polizeikommandant Christian Ambühl leitet das OK Im Hinblick auf das 10. Freilichtspiel wurde auch der Trägerverein, der Vorstand amtet eigentlich als OK, neu formiert. Es wird von Christian Ambühl präsidiert, der dieses Amt von Daniela Sutter übernommen hat. Er habe zwar kein Schauspielblut, meint der Kommandant der Stadtpolizei, wolle sich aber für ein ihm sympathisches Vorhaben engagieren und damit ein kulturelles Projekt in Grenchen unterstützen, meint Ambühl. Konrad Schleiss (Finanzen), Hanspeter Crivelli (der langjährige und verdiente Chef Bauten/Infrastruktur der Freilichtspiele), Laura Zberg (Sekretariat), Cristina Pitschen (Beisitz & Catering) sowie Lorenz Probst (Medienarbeit/Kommunikation, bisher) haben sich bereit erklärt, das Vorhaben gemeinsam mit OK-Präsident Ambühl und Iris Minder als künstlerische Leiterin zu realisieren.Der Verein bietet verschiedene Mitgliedschafts- und Gönnerkategorien an. (at.)

Andreas Toggweiler

Es gibt keine Zuschauertribüne

Eine Besonderheit des Stücks ist, dass es als szenisches Spiel ohne Zuschauertribüne angelegt ist. Wohl werde man auf dem bisherigen Freilichtheater-Gelände im Eichholz spielen, aber auf verschiedenen Plätzen. «Das Publikum begleitet die Schauspieler zu den verschiedenen Spielorten», erklärt Minder, die schon einige Erfahrung mit dieser Inszenierungsform hat (z. B. beim Gedenkspiel in Büren a. A. zum ehemaligen «Polenlager»).

Diese Form bringt es allerdings mit sich, dass pro Spielabend nur 35 Personen als Zuschauer dabei sein können. Mit diesem Setting gewinnt man aber einerseits Übersichtlichkeit auf der Szene, wo sich Darsteller und Publikum vermischen, ist aber auch auf der sicheren Seite, wenn in einem Jahr immer noch strenge Beschränkungen hinsichtlich der Besucherzahl von Veranstaltungen gelten würden.

Und heute, bei den Proben des Ensembles für die Gänggi-­Produktion Momo im November 2020, das Minder für diese Produktion um sich geschart hat? – «Wir beginnen die Proben mit den notwendigen Sicherheitsmassnahmen», erklärt Minder. So bekommen die Schauspieler transparente Gesichtshauben aus Plexiglas, die man wie eine Brille oder auf einer Brille anstecken kann. «Beim Schauspielern braucht es einfach die Erkennbarkeit der Mimik, sonst wird es schwierig», erklärt Minder dazu.

Uraufführung am 11. Juni 2021 geplant

Die Proben fürs «Äs eigets Völk­li» beginnen im März 2021. Das erste Treffen mit Rollenverteilung, Startapéro usw. findet 10. November 2020 statt. Zum Ensemble des Stücks gehören 26 Personen, darunter Wohlbekannte aus früheren Freilichtspielen, aber auch neue Gesichter, erklärt Minder. Was verrät sie noch? «In der letzten Szene gibt’s Musik und wer möchte, kann mit uns tanzen. Alle Besucher sind am Schluss zum Apéro und gemütlichen Zusammensein eingeladen.»

Hinweis
Die Uraufführung von «Äs eigets Völkli» ist für den 11. Juni 2021 geplant, die Derniere für den 10. Juli 2021; Die 17 genauen Spieldaten werden rechtzeitig zum Vorverkaufsstart publiziert.
www.freilichtspiele-grenchen.ch