Er wollte Bombe im Bahnhof-Restaurant zünden: 75-Jähriger wird zu 4 Jahren Haft verurteilt

Ein heute 75-jähriger Italiener ist am Donnerstag vom Regionalgericht Biel zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann wollte im September 2015 mit selbstgebastelten Bomben das Restaurant Bahnhof in Büren in die Luft jagen.

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Das Gebiet rund um den Bahnhof Büren an der Aare wurde nach Eingang des Bombenalarms grossräumig abgesperrt. (Archiv)

Das Gebiet rund um den Bahnhof Büren an der Aare wurde nach Eingang des Bombenalarms grossräumig abgesperrt. (Archiv)

Oliver Menge

Ein heute 75-jähriger Italiener ist am Donnerstag vom Regionalgericht Biel zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann wollte im September 2015 mit selbstgebastelten Bomben das Restaurant Bahnhof in Büren in die Luft jagen.

Soweit kam es aber glücklicherweise nicht. Vor dem Gebäude traf der Mann auf seinen Sohn, der ihn überwältigen konnte. Vor dem Bieler Gericht äusserte sich der Italiener nicht mehr zu den Vorfällen und schwieg.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann das Haus zerstören wollte, weil ihn seine Ex-Frau dort nicht mehr wohnen lassen wollte. In früheren Einvernahmen habe der Mann dies mehrmals gesagt. Auch habe der Mann sich dahingehend geäussert, dass er das Haus in die Luft gesprengt hätte, egal welche Leute sich drin befunden hätten.

Der Angeklagte habe den Tod der Ex-Frau in Kauf genommen, befand das Bieler Gericht. Es verurteilte den Angeklagten wegen Vorbereitungshandlungen zur vorsätzlichen Tötung und Brandstiftung sowie weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.

Ausserdem fällte das erstinstanzliche Gericht eine auf vier Jahre bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 30 Franken und eine Busse von 300 Franken aus.

Mit seinem Urteil liegt das Gericht zwischen den Forderungen von Staaatsanwaltschaft und Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft erkannte in der Tat gar Vorbereitungshandlungen zu einem Mord und verlangte eine Strafe von fünfeinhalb Jahren. Der Mann habe sich als regelrechter "Padrone" aufgespielt und absoluten Gehorsam von der Familie verlangte. Zudem sei er bereits wegen häuslicher Gewalt vorbestraft.

Die Verteidigung hingegen forderte lediglich eine Strafe von 30 Monaten, davon 18 unbedingt. Der Mann habe das Restaurant seinerzeit mit seinem Pensionskassengeld gekauft und es als ungerecht empfunden, dass ihn die Frau nach der Trennung aussperrte. Er habe seine Ex-Frau nicht töten, sondern nur das Haus unbewohnbar machen wollen. Die Bomben habe der Mann schliesslich gar nicht gezündet, obwohl er Gelegenheit gehabt hätte.

Der verurteilte Italiener bleibt wegen Fluchtgefahr in Sicherheitshaft.