Bettlach
Ein Kenner von Frank Buchser wird von der Gemeinde geehrt

An der Bettlacher Gemeindeversammlung wurde der Kulturpreis 2015 verliehen. Der Preis ging an Beat Leimer, einen Kenner und Sammler des solothurnischen Malers Frank Buchser.

Oliver Menge
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Beat Leimer, der in Bettlach das Frank-Buchser-Museum führt, erhält von Kulturkommissionspräsidentin Franziska Leimer und Gemeindepräsidentin Barabara Leibundgut den Kulturpreis der Gemeinde Bettlach 2015.

Beat Leimer, der in Bettlach das Frank-Buchser-Museum führt, erhält von Kulturkommissionspräsidentin Franziska Leimer und Gemeindepräsidentin Barabara Leibundgut den Kulturpreis der Gemeinde Bettlach 2015.

Oliver Menge

Die Budget-Gemeindeversammlung Bettlachs, an der 69 stimmberechtigte Bettlacherinnen und Bettlacher teilnahmen, bot für einmal wenig Diskussionsstoff. Alle Geschäfte passierten die Hürde des Souveräns problemlos. Doch bevor es ans politische Eingemachte ging, verlieh die Gemeinde den Kulturpreis 2015.

Mit Beat Leimer wurde ein ausgewiesener Kenner und Sammler des solothurnischen Malers Frank Buchser ausgezeichnet. Buchser, der etwa zur gleichen Zeit wie Albert Anker lebte, war im Gegensatz zu diesem ein sehr weltoffener Mensch, der das Reisen liebte und insbesondere in den Vereinigten Staaten mit seinen Porträts von Generalen der Unionsarmee viel Ansehen genoss.

Eines seiner bekanntesten Bilder ist das Porträt von Johann August Sutter, auf dessen Land in Kalifornien Gold gefunden wurde, was den kalifornischen Goldrush auslöste und dessen Leben sogar verfilmt wurde.

Daniel Leimer sei anerkanntermassen der beste Buchser-Kenner der Schweiz, betonte Kulturkommissionspräsidentin Franziska Leimer in ihrer Laudation. Leimer reist in der ganzen Welt umher, um Werke Buchsers, die zum Teil in privaten Salons verstauben, zu erwerben und wieder in den Kanton Solothurn zu bringen. Seine Sammlung ist im Museum Frank Buchser in Bettlach für jedermann zugänglich, denn Leimer möchte erreichen, dass jeder Schulabgänger weiss, wer Frank Buchser war.

In Bettlach hat ein Sammler ein Museum mit Werken des Felbrunner Künstlers Frank Buchser eröffnet.
13 Bilder
Neues Museum mit Werken von Frank Buchser
Er beschloss eine Sammlung mit Werken von Frank Buchser zu erwerben.
Und hat sich nun entscheiden, mit der Sammlung ein Museum einzurichten.
In fünf Zimmern sind rund 40 von Buchsers Werken ausgestellt.
Am Donnerstagabend führte der Sammler einige geladene Gäste durch seine Sammlung.
Kurator Beat Leimer (links) erklärt seinen Gästen seine Sammlung.
Kunsthistorikerin Roswitha Schild wusste einiges Interessantes über Buchser zu berichten.
Regierungsrat Remo Ankli (links) richtet einige Worte an die Gäste.
v.l. Kurator Beat Leimer, Roswitha Schild, Regierungsrat Remo Ankli und geladenen Gaesten
Der kunstinteressierte Regierungsrat Remo Ankli inspiziert die ausgestellten Werke, ...
... und diskutiert mit den geladenen Gästen.
Mit dieser Grafik soll das Wirken von Frank buchser visualisiert werden.

In Bettlach hat ein Sammler ein Museum mit Werken des Felbrunner Künstlers Frank Buchser eröffnet.

Hans Ulrich Mülchi

Leimer stiftet das Preisgeld übrigens der Gemeinde respektive der Kulturkommission an die Durchführung der ersten Bettlacher Kulturtage.

Klares Ja zu «socius»

Marco Schommer, Präsident der Kommission für Gesellschafts- und Gesundheitsfragen, umriss nochmals in Kürze das Projekt der Zürcher age-Stiftung rund ums Thema Alter, bei dem die Gemeinde Bettlach als eine von 10 Institutionen ausgewählt wurde (wir berichteten). Bettlach wird von der age-Stiftung sowohl finanziell unterstützt als auch wissenschaftlich begleitet. Bei der Erstellung des Altersleitbildes habe man festgestellt, dass es zwar viele Akteure im Bereich «Alter» gebe, aber wenig Koordination der bestehenden Angebote. Der Souverän genehmigte den Antrag des Gemeinderates grossmehrheitlich mit nur einer Gegenstimme und 3 Enthaltungen.

Kurz und bündig

Die Aufhebung des Ladenschlussgesetzes von Bettlach, aufgrund der kantonalen Gesetzgebung obsolet geworden, passierte mit einer Enthaltung. Mit nur einer Gegenstimme wurde auch die Einführung eines neuen Gebührentarifs angenommen. Die Gemeinden sind neu für Anlassbewilligungen zuständig und erheben die Gebühren selber. Bei der Höhe der Gebühren habe man einen Mittelweg gewählt, erläuterten Gemeinderat Leonz Walker und Gemeindepräsidentin Barbara Leibundgut.

Wenig zu reden gab auch das Budget 2016, erstmals nach HRM 2 berechnet, das mit einem Aufwandüberschuss von 432 600 Franken und rekordverdächtig tiefen Nettoinvestitionen von nur 1,205 Mio. Fr. rechnet. Der Steuerfuss bleibt unverändert auf 95%, der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 31,48%. Thomas Steiner, Leiter des Finanzausschusses, meinte trocken: «Das Budget kommt zwar in einer neuen Aufmachung daher, die Zahlen bleiben trotzdem rot.» Der Souverän schluckte die bittere Pille mit nur einer Enthaltung.

Die Stimmberechtigten nahmen von der Abschreibung des vor 4 Jahren eingereichten Energiespar-Postulats Kenntnis und schrieben die gleichzeitig eingereichte Solar-Motion bei einer Gegenstimme und 4 Enthaltungen ab.

Im Anschluss gedachte man des kürzlich verstorbenen ehemaligen Gemeindeammanns Hansruedi Scheurer, und die Gemeindepräsidentin berichtete über das vergangene Jahr und die Beschlüsse des Gemeinderats. Sie entliess die Stimmberechtigten mit guten Wünschen für eine besinnliche Weihnachtszeit.

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