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Die Zeit des Dorfbrandes wurde wieder lebendig

Mit einem Gedenkgottesdienst mit Theaterszenen beging Rüti bei Büren den Jahrestag des Dorfbrandes vor 150 Jahren.

Daniela Deck
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Gedenkgottesdienst mit Szenen der Theaterbühne Seeland zum Dorfbrand.
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Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
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Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren
Gedenkgottesdienst Dorfbrand Rüti bei Büren

Gedenkgottesdienst mit Szenen der Theaterbühne Seeland zum Dorfbrand.

michelluethi.ch

Am 20. Mai 1868, auf den Tag genau vor 150 Jahren, hatte eine verheerende Feuersbrunst grosse Teile des Seeländer Bauerndorfes zerstört. Am Pfingstwochenende wurde dieser Jahrestag mit verschiedenen Aktivitäten begangen.

Schon im Kirchhof warteten Schauspieler der Theaterbühne Seeland als Bettler in Lumpen auf die Gottesdienstbesucher – und rechtschaffene Bürger von einst, die die Notleidenden mit empörten Worten verjagten. Ein so volles Haus wie am Pfingstsonntag kann Pfarrer Jonas Lutzweiler sonst nicht einmal zu den beliebten Rütiger Hut-Gottesdiensten begrüssen. Schon eine Viertelstunde vor Beginn war die Kirche mit den prächtigen mittelalterlichen Fresken bis auf den letzten Platz der Empore besetzt.

Das 19. Jahrhundert zu Besuch

Als der Weibel mit seinem Stab um Aufmerksamkeit klopfte für den «ehrenwerten Regierungsstatthalter Stauffer», lebte das 19. Jahrhundert wieder auf: starre Moralvorstellungen, die Not des «Weibervolkes ohne männlichen Schutz», die Auswanderung nach Amerika, Dreck und Krankheiten, der karge Sumpfboden um die noch ungebändigte Aare und das Leid von Verdingkindern zogen wie ein Kaleidoskop am Abendmahltisch vorbei.

Dann kam das Feuer an jenem tragischen 20. Mai 1868. Unter der Regie der Grenchner Theaterfrau Iris Minder stellten die Laienschauspieler der Seeländer Theaterbühne die Panik und Verzweiflung jenes Morgens nach.

Hoffnung durch Solidarität

Für die Hoffnung sorgten einerseits die Lieder, die der Gemischtenchor Rüti unter der Leitung von Jürg Rickli gekonnt vortrug. Andererseits erinnerte auch Pfarrer Jonas Lutzweiler in seiner Predigt daran, dass wir Menschen nicht allein sein müssen. Nur schon «die menschliche Organisation kann für viele zum Segen werden», sagte er. Unzählige «Alltagsfeuerchen», aber auch Schwelbrände, welche unsere Beziehungen vergiften, könnten durch mitmenschliche Zuwendung gelöscht werden.

Im Blick auf Pfingsten erinnerte der Pfarrer daran, dass zur Gemeinschaft des Lebens auch der Heilige Geist gehöre, die Zuwendung Gottes zu den Menschen. Eine Zuwendung, die in der Feier des Abendmahls, tatkräftig unterstützt von der Theaterbühne, eine praktische Anwendung fand.

Nach dem Gottesdienst und dem Apéro im Pfarrhof lud die Trägerschaft des Festes, die Einwohner-, Kirch- und Burgergemeinde, kurzerhand das ganze Dorf zum Essen in die Mehrzweckhalle ein.

Autorinnenteam mit Laudator Samuel Schmid.

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Hansjörg Sahli
Gemütliches Zusammensein im Feuerwehrmagazin.

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