Grenchen

54. Coupe Horlogère: Grosse Konzentration auf kleine Bälle

Ein Besuch beim 54. Coupe Horlogère auf der Grenchner Minigolf-Anlage. Dort konnten die Zuschauer am Pfingstmontag die Creme de la Creme der Schweizer Minigolfszene bewundern.

Patric Schild
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Volle Konzentration beim Abschlag.

Volle Konzentration beim Abschlag.

Patric Schild

Es herrscht höchste Konzentration. Der Körper ist bis zum Maximum angespannt und keinerlei Regung erkennbar. Alles hält den Atem an, sodass selbst das Summen der Bienen zu vernehmen ist. Dann plötzlich erfolgt der Schlag, und der Ball schiesst zielgerichtet los.

Es sind Sekunden der Ungewissheit für Spieler und Zuschauer. Alle Augen sind fix auf die kleine Kugel gerichtet, welche sich noch immer in Bewegung befindet. Dann die Erlösung: Der Ball ist im Loch gelandet und dies beim erwünschten ersten Schlag. Die Erleichterung steht dem Schlagmann sichtlich im Gesicht geschrieben.

Am Pfingstmontag versammelte sich bereits zum 54. Mal die Creme de la Creme der Schweizer Minigolfszene in Grenchen zum Coupe Horlogère. Thun, Neuchâtel oder gar aus dem Tessin, die 61 Teilnehmer kommen zum Teil von weit her gereist, um am Grenchner Traditionsturnier teilzunehmen.

Ein Ball für jede Bahn

Sieger nach Kategorien

Jugend: Angelo Friedli (MC Eichholz Gerlafingen)

Herren: Martin Kaiser (MC Grenchen)

Damen: Rita Ris (MC Grenchen)

Senioren 1: Michel Eggenschwiler (MC Grenchen)

Senioren 2: Urs Aegeter (MC Grenchen)

Seniorinnen: Annemarie Probst (MC Eichholz Gerlafingen)

Schnelle, harte, weiche oder raulagige Bälle, dies sind nur einige der unzähligen Varianten, mit denen die Profis ausgestattet sind. Bis zu 50 Stück dieser Kugeln haben die Spieler für die hiesigen 18 Löcher mit dabei. Entscheidend ist auch, wie gut man sich auf den Bahnen auskennt. «Für mich als Heimspielerin reichen beispielsweise 20 Bälle, während man an auswärtigen Turnieren mehr benutzt», erklärt Sonja Viatte, Vorstandsmitglied des MC Grenchen. Bei den Trainingseinheiten sind es gar 100 bis 200 Bälle, welche ein Minigolfexperte ausprobiert, bis der optimale ausgewählt ist. Dies liegt einerseits daran, dass die Bälle wetter- und temperaturabhängig sind und andererseits an der unterschiedlichen Beschaffenheit von Minigolfanlagen. «Obwohl die Bahnen teilweise recht ähnlich aussehen, hat jede von ihnen ihre ganz persönlichen Eigenschaften», sagt Viatte.

Vorwärmen in der Socke

Um den Bällen die richtige Temperatur zu verleihen, ist vor allem eine Methode unter den Experten weit verbreitet: Mann steckt die Kugel in eine Socke und diese wiederum in die Hose. Auf diese Weise wird die Körpertemperatur auf den Ball übertragen, damit er in die richtige Form gebracht wird. Nebst der altbewährten Methode gibt es noch ein Hightech-Verfahren, welches denselben Zweck erfüllt. «Einige Spieler benutzen lieber einen Wärmekoffer, da diese Variante genauer ist und weniger eine Gefühlssache», so Viatte.

Aus wettertechnischer Sicht war das Glück am Montag nicht ganz auf der Seite der Minigolfer. Trotz besserem Wetter am Morgen kam es im Verlauf des Tages aufgrund von Regenschauern zu Unterbrüchen. Dies hatte zur Folge, dass nur zwei Runden anstatt der geplanten drei gespielt werden konnten.

Trotzdem war das Turnier vor allem für die Heimmannschaft ein voller Erfolg. In vier der sechs Kategorien war ein Mitglied des MC Grenchen auf dem Siegerplatz. Ausserdem sicherten sich zwei Teams aus der Uhrenstadt (MC Grenchen 2, MC Grenchen 1) auch noch die ersten beiden Ränge in der Mannschaftswertung.