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Zwei Absagen an die Zentralschweiz

Die Zentralschweiz ist bei den Bundesratswahlen einmal mehr leer ausgegangen. Auch, weil andere Regionen stärker für ihre Kandidatinnen gekämpft haben, sagen Zentralschweizer selbstkritisch.
Barbara Inglin
Sprachen sich gestern nach der verlorenen Wahl auf dem Berner Bundesplatz Trost zu: die Zentralschweizer Kandidaten Hans Wicki und Heidi Z’graggen. (Bild: Niels Jost)

Sprachen sich gestern nach der verlorenen Wahl auf dem Berner Bundesplatz Trost zu: die Zentralschweizer Kandidaten Hans Wicki und Heidi Z’graggen. (Bild: Niels Jost)

Gleich drei Zentralschweizer hatten ihre Ambitionen für das Bundesratsamt angemeldet, zwei schafften es in die engere Auswahl, und doch ist die Zentralschweiz am Ende leer ausgegangen. Überrascht hat dies freilich niemanden. Denn sowohl die Urner CVP-Regierungsrätin Heidi Z'graggen als auch der Nidwaldner FDP-Ständerat Hans Wicki sind als Aussenseiter ins Rennen gestiegen - beide sind in Bundesbern wenig vernetzt.

Doch nicht nur diese Ausgangslage hat zur Wahlniederlage beigetragen. Auf einen lautstarken Sitzanspruch aus der Zentralschweiz wartete man im Wahlkampf vergeblich. Andere Regionen weibelten entschlossener für ihre Kandidatinnen, allen voran die Ostschweiz für die St. Galler Anwärterin Karin Keller-Sutter.

Der Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann kritisierte das Vorgehen der Zentralschweizer Kandidaten. Für ein nächstes Mal sei es wohl sinnvoller, dass sich die Zentralschweiz erst auf den Kandidaten mit den grössten Wahlchancen einige, um dann geeint aufzutreten. «Andere Regionen beherrschen das», sagte er mit Verweis auf die West- und Ostschweiz.

Andere Regionen seien stärker aufgetreten, sagt auch FDP-Präsidentin Petra Gössi. Trotzdem habe die Zentralschweizer Doppelkandidatur etwas gebracht. «Dem Parlament ist damit in Erinnerung gerufen worden, dass es die Zentralschweiz gibt, dass wir starke Persönlichkeiten haben, und dass mehrere Kantone aus unserer Region noch gar nie einen Bundesrat stellten», sagt die Schwyzer Nationalrätin.

Gleich mehrere Nationalräte zeigen sich überzeugt, dass die beiden Kandidaten mit ihrem Einsatz vorgespurt haben für einen künftigen Bundesrat aus der Region. Der Druck, einen Zentralschweizer zu wählen, sei bei der nächsten Vakanz im Bundesrat noch grösser, zeigt sich etwa der Luzerner SVP-Nationalrat Felix Müri überzeugt. Bereits seit 15 Jahren stellte die Region keinen Vertreter mehr in der Landesregierung.

Die Meinungen, ob dies überhaupt nötig ist, gehen allerdings auseinander. «Die Regionenvertretung wird überbewertet», sagte etwa die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo. Der Bundesrat sei ohnehin ein Kollegium für die ganze Schweiz. Auch der Obwaldner CVP-Ständerat Erich Ettlin betont, die Herkunftsregion sei nicht all zu wichtig. Ein Bundesrat könne seine Region nicht übervorteilen. «Wenn wir starke Parlamentarier und Regierungsräte haben, die sich einbringen, kann die Zentralschweiz ihre Ziele auf diesem Weg erreichen.»

Trotzdem, findet der Luzerner CVP-Nationalrat Leo Müller, wäre ein eigener Bundesrat ein positives Signal an die Zentralschweiz. Vor allem für wichtige Infrastrukturprojekte wie den Durchgangsbahnhof Luzern erhofft er sich zusätzlichen Schwung. «Hier muss endlich etwas gehen, sonst werden wir in der Zentralschweiz irgendwann vollständig abgehängt.»

Erwartete Niederlage

Z'graggen und Wicki reagierten gestern Mittwoch gefasst auf ihre Nicht-Wahl. Auch sie waren sich ihrer geringen Wahlchancen bewusst. Und betonten vor allem, welch positive Erfahrungen sie in den letzten Wochen dank ihrer Kandidatur machen durften. «Ich gehe mit einem wunderbaren Erfahrungsschatz nach Hause», sagte Heidi Z'graggen. Er freue sich darüber «gegen die beste Kandidatin aus der ganzen Bundesversammlung Zweiter geworden zu» sein, so Hans Wicki. Irritiert habe ihn einzig, dass die Medien seine Kandidatur kaum beachtet hätten.

Nun freue er sich aber auf seinen spannenden Job als Nidwaldner Ständerat. Und auch Heidi Z'graggen betonte, sie habe als Regierungsrätin in Uri eine Aufgabe, zu der sie gerne zurückkehre.

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