Zweckoptimismus bei der BDP, Lob aus Mitte und von links

BERN. «Ich bin überzeugt, dass das für die BDP gut ist», sagte Eveline Widmer-Schlumpf gestern auf die Frage, was ihr Rücktritt für ihre Partei bedeutet. Die BDP habe seit ihrer Gründung nicht wirklich eine eigene Politik entwickeln können.

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Martin Landolt Parteipräsident BDP (Bild: MARCEL BIERI (KEYSTONE))

Martin Landolt Parteipräsident BDP (Bild: MARCEL BIERI (KEYSTONE))

BERN. «Ich bin überzeugt, dass das für die BDP gut ist», sagte Eveline Widmer-Schlumpf gestern auf die Frage, was ihr Rücktritt für ihre Partei bedeutet. Die BDP habe seit ihrer Gründung nicht wirklich eine eigene Politik entwickeln können. Ihr Abschied aus dem Bundesrat sei der «Anfang einer eigenständigen Politik, die sich nicht allein dadurch legitimiert, dass die Partei eine Bundesrätin hat». Auch bei der BDP übte man sich gestern in Zweckoptimismus. So sagte Parteipräsident Martin Landolt, der Abgang der eigenen Bundesrätin könne auch zu einer Chance werden. «Wir waren in der Vergangenheit oft bloss die Widmer-Schlumpf-Partei», sagte der Glarner Nationalrat, der aber auch betonte, dass die BDP eine grosse Identifikationsfigur verloren habe. Widmer-Schlumpf habe ihm ihren Entscheid bereits vor zehn Tagen mitgeteilt, sagte Landolt. Dieser sei über eine gewisse Zeit gereift. Im Zentrum seien nie wahltaktische oder strategische Gründe gestanden.

Ein Dankeschön von der FDP

Die SP lobte die «positive Zusammenarbeit» mit Widmer-Schlumpf. Auch von den Grünen kamen warme Worte: Man bedaure, dass sie nicht mehr antrete. Die Linken hoben die Verdienste der Finanzministerin beim automatischen Informationsaustausch hervor. In den Augen der CVP verliert der Bundesrat «eine wichtige Persönlichkeit», die die Schweiz gut vertreten habe. FDP-Präsident Philipp Müller sagte, man sei zwar oft nicht einer Meinung gewesen mit ihr, doch sie habe viel und intensiv gearbeitet. Dafür gebühre ihr Dank. (dow/lkz/sda)

Philipp Müller Parteipräsident FDP (Bild: ALESSANDRO DELLA VALLE (KEYSTONE))

Philipp Müller Parteipräsident FDP (Bild: ALESSANDRO DELLA VALLE (KEYSTONE))