Zürichs Stadtpräsident tritt ab

ZÜRICH. Zürich braucht einen neuen Stadtpräsidenten. Elmar Ledergerber tritt 2009 vorzeitig zurück. Der 64jährige Sozialdemokrat will sich vermehrt der Erziehung seines jüngsten Sohnes widmen.

Andreas Minder
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Elmar Ledergerber (Bild: ky)

Elmar Ledergerber (Bild: ky)

«Papi statt Stapi.» Mit dieser Kurzformel begründete Elmar Ledergerber gestern seinen Rücktritt. Nach Gesprächen im familiären Umfeld habe er sich entschieden, sich stärker um seinen jüngsten Sohn kümmern, der jetzt auch bei ihm lebe.

Der frühzeitige Rücktritt kommt überraschend. Es gibt keine aktuellen politischen Gründe, die ihn hätten erwarten lassen. Man war allerdings davon ausgegangen, dass Ledergerber 2010 nicht noch einmal kandidieren würde. Er bestätigte gestern, dass dies auch für ihn schon lange klar gewesen sei, unter anderem aus gesundheitlichen Gründen. Der Zeit- und Energieaufwand, den das Amt mit sich bringe, habe zu einer «gewissen Amtsmüdigkeit» geführt. Dies sei aber nicht der Grund für den frühzeitigen Rücktritt. Er werde noch viel Staub aufwirbeln im halben Amtsjahr, das ihm noch bleibe.

Macherqualitäten

Begeisterung und Macherqualitäten sprechen dem 64jährigen Sozialdemokraten auch seine Gegner nicht ab. Als Chef des Hochbaudepartements war er massgeblich beteiligt an der Beendigung der jahrelangen Auseinandersetzung um die Bau- und Zonenordnung. In Zürich wurde wieder gebaut. Das hatte vor allem mit Konjunktur zu tun, aber auch mit Ledergerbers Verdiensten. Er warb unermüdlich für den Standort Zürich, kämpfte um gute Steuerzahler, hofierte Firmen. Wachstum war ihm ein vordringliches Anliegen. Auf der linken Seite seiner Partei schuf er sich damit keine Freunde. Er galt vielen als verkappter Freisinniger.

FDP portierte Martelli

SP und FDP haben bereits ihren Anspruch auf das Amt des Stadtpräsidenten angemeldet. Die Freisinnigen wollen mit Kathrin Martelli antreten. Sie war 2002 die Nachfolgerin von Ledergerber im Hochbaudepartement. Die SP nannte noch keinen Namen. Die Ersatzwahl findet voraussichtlich am 8. Februar statt.

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