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ZIGARETTEN: Auf Spielplätzen soll nicht mehr geraucht werden

Auf den meisten Schweizer Spielplätzen ist das Rauchen derzeit erlaubt. Zunehmend erklären nun aber Gemeinden die Areale zu suchtmittelfreien Zonen.
Fabian Fellmann
Rauchfreie Spielplätze werden auch in Schweizer Gemeinden vermehrt zum Thema. (Symbolbild: Ennio Leanza/Keystone)

Rauchfreie Spielplätze werden auch in Schweizer Gemeinden vermehrt zum Thema. (Symbolbild: Ennio Leanza/Keystone)

Fabian Fellmann

Am Anfang war Chur. Die Alpenstadt führte 2008 ein Regelwerk ein, das als härtestes Polizeigesetz der Schweiz durch die Medien ging. Teil davon war ein Rauch- und Alkoholverbot auf allen öffentlichen Spielplätzen.

Nun, Jahre später, findet die Idee auch im Rest der Deutschschweiz Verbreitung. Die Aargauer Gemeinde Reinach hat ihren ersten öffentlichen Spielplatz vor wenigen Monaten als suchtmittelfreie Zone bezeichnet, im Sommer 2018 soll die erste Grünfläche in Meisterschwanden folgen, für zwei weitere Plätze im Kanton Aargau laufen die Planungen.

Mit Markierungen am Boden sowie Schildern werden die Benützer der Spielareale darauf hingewiesen, dass sie dort auf Alkohol, Zigaretten und Cannabis zu verzichten haben. Die Spielplätze werden dabei gleich umfassend umgestaltet und naturnaher gemacht. Verstösse gegen das Verbot würden nicht geahndet, sagt Katja Glogner, Projektverantwortliche in der Bildungsabteilung des Aargauer Naturmuseums Naturama; Fehlbare würden jedoch auf das Verbot hingewiesen. Bisher hätten diese jeweils Verständnis gezeigt.

Anstoss für weitere Gemeinden

Unterstützt werden die Gemeinden aus dem Tabakpräventionsprogramm des Kantons Aargau. Darin sind für Spielplätze 136000 Franken budgetiert. «Unser Ziel sind sechs suchtmittelfreie öffentliche und private Spielplätze bis 2019», sagt Kathrin Sommerhalder, zuständige Fachspezialistin im kantonalen Departement Gesundheit und Soziales. «Wir wollen die Leute sensibilisieren», sagt Sommerhalder. «Sie sollen sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein, nicht nur auf dem Spielplatz, damit Kinder vor schädlichen Einflüssen wie Passivrauch geschützt sind.»

Via Aargau sollen die Churer Ideen nun in den Rest der Deutschschweiz ausstrahlen. Ein nationales Rauchverbot auf Spielplätzen wagen nicht einmal die striktesten Tabakgegner zu fordern – weil der Bund sich damit in kantonale und kommunale Angelegenheiten einmischen würde. Die Aargauer Fachleute werden ihr Programm aber in der kommenden Woche an einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Tabakprävention vorstellen. Diese will damit einen Anstoss dazu geben, dass weitere Schweizer Kantone oder Gemeinden auf den Zug aufspringen. Zu wenig schnell greift dieser Ansatz für die Tessiner Kantonsparlamentarierin Nadia Ghisolfi. Im Hauptort Lugano sind Spielplätze zwar bereits rauchfrei, doch in vielen anderen Gemeinden fehlen laut Ghisolfi entsprechende Regelungen. Die CVP-Grossrätin hat darum vor den Sommerferien vier Vorstösse eingereicht, mit denen sie eine Verschärfung der Rauchverbote auf Spielplätzen, vor öffentlichen Gebäuden, auf Restaurant-Terrassen sowie in Bus- und Zugstationen fordert, wie «Le Matin Dimanche» vergangene Woche berichtete. «Warum soll jede Gemeinde eigene Regeln aufstellen?», fragt Ghisolfi. «Kinder sollten vor Passivrauch geschützt werden», sagt sie. «Zudem sind Zigarettenstummel für Kinder giftige Abfälle.»

Im Ausland wird gebüsst

Im Ausland sind Rauchverbote auf Spielplätzen verbreitet. In Frankreich etwa ist es seit Sommer 2015 unter Bussenandrohung verboten, in Luxemburg wurde ein entsprechendes Gesetz in diesem Sommer verabschiedet, in Deutschland und Österreich haben mehrere Bundesländer oder Kommunen zu ähnlichen Mitteln gegriffen.

Während Kritiker die grassierenden Verbote als übertrieben empfinden, hält der parteilose Churer Baudirektor Tom Leib­undgut das Verbot auf Spielplätzen nach wie vor für angebracht: «Wir wollen den Menschen nicht jegliche Eigenverantwortung wegnehmen, aber an gewissen Orten sind Rauchverbote richtig.» In Chur wurden diese mit Augenmass umgesetzt: Die Quaderwiese etwa ist nur tagsüber suchtmittelfrei, weil sie an einen Pausenplatz grenzt. Abends hingegen ist der Konsum von Alkohol und Tabak erlaubt.

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