Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Zahlenkrieg um «dritten Weg»

Zweite Säule Die Zahlen waren gestern im Bundeshaus in aller Munde. FDP, GLP und SVP wollen Ausfälle wegen Senkung des Umwandlungssatzes innerhalb der zweiten Säule kompensieren. Die Erhöhung der Altersguthaben der Versicherten mit technischen Korrekturen hat ihren Preis.
Tobias Gafafer

Zweite Säule Die Zahlen waren gestern im Bundeshaus in aller Munde. FDP, GLP und SVP wollen Ausfälle wegen Senkung des Umwandlungssatzes innerhalb der zweiten Säule kompensieren. Die Erhöhung der Altersguthaben der Versicherten mit technischen Korrekturen hat ihren Preis. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat für das Parlament berechnet, was dieser «dritte Weg» kostet. Demnach sind die Kosten des GLP/FDP-Konzeptes am höchsten. Das BSV geht von rund 4,5 Milliarden Franken in der beruflichen Vorsorge im Jahr 2030 aus. Zum Vergleich: Die Variante, die der Bundesrat vorsah, setzte ebenfalls auf Kompensationen innerhalb der zweiten Säule, und kostete rund 3,2 Milliarden. Günstiger kommt laut BSV die Variante des Ständerats, die bis 2030 «nur» 1,6 Milliarden kostet.

Politiker der CVP und SP, die die tieferen Renten in der zweiten Säule mit einer Erhöhung aller AHV-Neurenten um 70 Franken ausgleichen wollen, sahen sich bestätigt. Auch Bundesrat Alain Berset und BSV-Direktor Jürg Brechbühl verhehlten ihre Sympathien für die ständerätliche Variante nicht. Letzterer warnte im «Tages-Anzeiger» vor einer massiven Mehrbelastung der Jungen.

Ex-Chefbeamter hinterfragt Berechnungen des Bundes

Hinter dem «dritten Weg» steht einer, der die Materie ebenfalls kennt. Entwickelt und berechnet hat diesen Martin Kaiser, Ressortleiter Sozialpolitik beim Arbeitgeberverband und früher stellvertretender BSV-Direktor. Auf Anfrage stellte er die Kostenschätzung des Bundes in Frage. Das Alternativkonzept sei nahe am Vorschlag des Bundesrats. Die grosse Kostendifferenz sei nicht plausibel, auch wenn das GLP/FDP-Konzept Unterschiede aufweise. Kaiser rechnet mit Kosten, die näher bei 3 als bei 4,5 Milliarden liegen. Nationalrätin Regine Sauter (FDP/ZH), die das Konzept mit Thomas Weibel (GLP/ZH) einreichte, hinterfragt die Zahlen ebenfalls.

Zum einen weise das BSV in der Ständeratsvariante 750 Millionen nicht aus, die die Anpassung eines technischen Faktors in der zweiten Säule koste. Tatsächlich kam im Ständerat ein entsprechender Antrag durch. Zum anderen kritisiert Sauter, dass die 1,4 Milliarden, die die Erhöhung der AHV-Neurenten allein bis 2030 kostet, fehlten. Insgesamt koste das FDP/GLP-Modell «nur» 0,75 Lohnprozente, während jenes des Ständerats 0,9 Prozente koste. Sie räumt aber ein, dass die Jungen mehr bezahlen müssten.

Das BSV weist die Kritik zurück, es betreibe mit Zahlen Politik. Die Kosten des fraglichen Antrags im Ständerat hätten nicht berechnet werden können. Dieser sei erst im letzten Moment als allgemeiner Auftrag eingereicht worden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.