Modelleisenbahn

«You are now amazing»: In Biel wurde ein neuer Guinness-Weltrekord aufgestellt

Zur Eröffnung des grössten Fablabs der Schweiz wurden in Biel 55 im 3D-Drucker hergestellte Waggons über 10 Meter weit gezogen.

Oliver Menge
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Felix Kunz, CEO des Switzerland Innovation Park, nimmt «als Beweis» das offizielle Diplom von Seyda Subasi-Gemici entgegen, die als offizielle Rekordrichterin von Guinness World Records den Rekordversuch überwachte.
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55 komplett im 3D-Drucker hergestellte Modelleisenbahnwagen wurden von einer «Krokodil» über 10 Meter weit gezogen.
Guinness-Weltrekord in Biel
Neuer Guinness-Weltrekord in Biel
Neuer Guinness-Weltrekord in Biel
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Neuer Guinness-Weltrekord in Biel

Felix Kunz, CEO des Switzerland Innovation Park, nimmt «als Beweis» das offizielle Diplom von Seyda Subasi-Gemici entgegen, die als offizielle Rekordrichterin von Guinness World Records den Rekordversuch überwachte.

Oliver Menge

Der Switzerland Innovation Park Biel/Bienne eröffnet am Samstag an der Aarbergstrasse das grösste Fablab der Schweiz mit rund 300 Quadratmetern Fläche. Fablab steht für Fabrication Laboratory, ein Ort, an dem Ideen und Innovationen in einer offenen Werkstatt in Form von Prototypen in Kleinserien hergestellt und realisiert werden können.

Das Fablab Biel-Bienne bietet auf zwei Stockwerken in den ehemaligen Räumen von Möbel Kauer Trend direkt an der Zihl diverse Arbeitsplätze und technische Hilfsmittel. 3D-Drucker, 3D-Systeme, CNC-Fräsmaschinen, 3D-Scanner und Lasercutter können für wenig Geld gemietet werden. Oder man lässt die Spezialisten vor Ort für sich arbeiten. Zusätzlich wurde im Obergeschoss eine Coworking Space eingerichtet, in der Unternehmer oder Erfinder zeitweise Arbeitsplätze mieten können. Das Fablab ist für jedermann zugänglich und bietet auch Kurse und Workshops.

Weltrekord zur Einstimmung

Anlässlich der offiziellen Eröffnung wurde am Tag davor ein Weltrekordversuch durchgeführt: Eine Modelleisenbahn-Lokomotive, eine klassische Krokodil, zog einen Zug bestehend aus 55 Modelleisenbahnwagen, die zu 100 Prozent im 3D-Drucker ausgedruckt worden waren, über 10 Meter weit. Dafür war extra Seyda Subasi-Gemici aus London angereist, eine der offiziellen Rekordrichterinnen von Guinness World Records.

Sie erklärte die «Spielregeln»: Jedes Teil eines jeden Wagen musste komplett aus dem 3D-Drucker stammen. Also auch Räder, Achsen und so weiter. Fremdmaterialien waren nicht erlaubt. Die Wagen mussten voneinander getrennt und abgehängt werden können. Die zu erreichende Strecke wurde auf dem Rundparcours abgemessen, die Wagen gezählt. Der Richterin zur Seite standen zwei Experten aus der 3D- und der Modelleisenbahnbranche, welche überprüften, ob die Waggons den geforderten Kriterien entsprachen.

Unter den wachsamen Augen von Swiss Innovation Park CEO Felix Kunz – der Solothurner Ingenieur hat unter anderem auch das Computermuseum «Enter» gegründet, mehrere Unternehmerpreise gewonnen, so auch den des Kantons Solothurn im Jahr 2009 – startete Denis Bernegger, der neue CEO des Fablabs, den langen Zug.

Rekord war ungewiss

«Dem Rekord gingen unzählige Konstruktions-, Test und Berechnungsstunden voran, hatte zuvor Pascal A. Schnell, der «Vater des Fablab» und treibende Kraft hinter dem Rekordversuch erzählt. Die Herstellung eines der hochpräzis konstruierten Waggons im 3D-Druckert dauerte bis zu 15 Stunden – also über 800 Stunden für den ganzen Zug. Das sechsköpfige Fablab-Team bereitete den Versuch über mehrere Wochen vor, und es blieb bis zur letzten Minute spannend.

Denn es war bis zum Schluss nicht klar, ob die doch relativ grossen Wagen die Kurven bewältigen und nicht rausfliegen. Und ob Guinness World Records den Erfolg offiziell anerkennt. Entsprechend waren auch zwei Medienmitteilungen vorbereitet worden. Doch wie die zahlreichen Zeugen miterleben konnten, verlief der Rekordversuch äusserst erfolgreich. Mehr sogar: Statt der 10 Meter, was etwa einer Runde entsprach, absolvierte der Zug gleich deren zwei. Seyda Subasi-Gemici bestätigte den Rekordversuch als gelungen und überreichte Felix Kunz das offizielle Diplom, das den Guinness Weltrekord bestätigt.

In der anschliessenden Medienkonferenz unterstrich CEO Felix Kunz den Erfolg als sinnbildlich für die Ziele der Organisation. «Mit Innovation zum Erfolg: Mit der Schaffung einer Plattform – Flächenreserven, Technologien und Forschung- und Entwicklungskompetenzen – beschleunigen wir die Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktfähige Lösungen für die Schweizer Wirtschaft. Der heutige Erfolg des uns angegliederten Fablab steht im Kleinen beispielhaft dafür, was wir im Grossen anstreben.»