Wirbel um Anti-WEF-Wanderung

Noch ist unklar, ob die Bündner Behörden grünes Licht zur Wanderung geben. Knackpunkt ist die dritte Etappe von Klosters nach Davos.

Dominic Wirth
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Noch steht nicht fest, ob Greta Thunberg bei der Anti-WEF-Wanderung dabei ist.

Noch steht nicht fest, ob Greta Thunberg bei der Anti-WEF-Wanderung dabei ist.

Quelle: RM

Mehrere hundert Menschen auf dem Weg nach Davos, und unter ihnen vielleicht auch Greta Thunberg, die junge Frau, die in kurzer Zeit zur globalen Figur geworden ist: Kein Wunder, bereitet die geplante Anti-WEF-Wanderung den Bündner Behörden einiges Kopfzerbrechen. Letzte Woche hat die Organisation «Strike WEF» ein entsprechendes Gesuch eingereicht.

Die Aktivisten planen eine «Winterwanderung für Klimagerechtigkeit» von Landquart nach Davos. Aufbrechen wollen sie am kommenden Sonntag in Landquart. Dort ist zum Auftakt am selben Tag eine Klimademo geplant. Nach Zwischenhalten in Schiers und Klosters wollen die Organisatoren zum WEF-Auftakt am 21. Januar in Davos eintreffen, wo sie an einer Juso-Demonstration teilnehmen werden.

Das Problem zwischen Klosters und Davos

Diese haben die Bündner Behörden bereits bewilligt. Ob sie auch für die Winterwanderung grünes Licht geben, ist derzeit noch offen. Der Entscheid wird voraussichtlich morgen fallen. Man stehe dem Gesuch «grundsätzlich positiv» gegenüber, sagt André Kraske, Sprecher des WEF-Ausschusses der Bündner Regierung.

Allerdings gibt es eine gewichtige Einschränkung: die dritte Etappe von Klosters nach Davos bezeichnet Kraske als «nicht unproblematisch». Der Grund: Es besteht nur eine Verkehrsverbindung zwischen den beiden Orten. Das ist auf den ersten beiden Etappen anders; neben der National- führt auch eine Kantonalstrasse von Landquart nach Klosters. Es gibt also eine Ausweichmöglichkeit für den Demonstrantenzug, der plant, sich auf der Strasse fortzubewegen. Voraussichtlich werden mehrere hundert Personen mitmachen, sagt «Strike-WEF»-Sprecherin Mitra Tavakoli. Darauf lasse der aktuelle Stand der Anmeldungen schliessen.

Für die Anti-WEF-Wanderer steht fest, dass ihr Weg nach Davos über die Strasse führen soll. «Wir verstehen uns als Vertreter der Basis, und als solche haben wir ein Anrecht, die Strasse zu benutzen», sagt Tavakoli. Allerdings lässt sie durchblicken, dass die Organisatoren zu Kompromissen bereit sein könnten: «Grundsätzlich geht es uns darum, aufzuzeigen, dass das WEF keine Legitimation hat. Das ist wichtiger als das Ziel unserer Wanderung», sagt Tavakoli. Man setze aber alles daran, zu Fuss bis nach Davos zu gelangen.

Ob Greta Thunberg mitläuft, ist noch offen

Ob auch Greta Thunberg, die Ikone der Klimabewegung, bei der Winterwanderung dabei sein wird, ist weiterhin unklar. Bei «Strike WEF» heisst es, man habe eine Einladung ausgesprochen und stehe in Kontakt mit der Schwedin. Die wird am WEF in Davos teilnehmen - und bereits am kommenden Freitag am Jubiläumsstreik der Schweizer Klimastreik-Bewegung in Lausanne. Zu allfälligen Sicherheitsvorkehrungen äussern sich die Bündner Behörden nicht. Die Aktivisten betonen derweil in ihrem «Aktionskonsens», dass sie Gewalt und Sachbeschädigungen ablehnen - und rüsten sich für «etwaige missbräuchliche Handlungen der Polizei oder anderer Behörden», wie es auf einem Flyer heisst. Deshalb soll ein eigens bereitgestelltes Team von Juristen die Wanderung begleiten.