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Wie die Zirkusfamilie Nock in die USA kam – und das Publikum noch heute zum Staunen bringt

Die Zirkus-Dynastie Nock hat viele erfolgreiche Artisten hervorgebracht. Seit bald 70 Jahren raubt sie mit ihren Stunts auch dem Publikum in den USA den Atem. Ein Familienzweig ist in Übersee geblieben – und hat sich durchgesetzt.
Mark Walther
Clown Pio (Pius) Nock ist eines der berühmtesten Mitglieder der Nock-Familie. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Comet Photo)Clown Pio (Pius) Nock ist eines der berühmtesten Mitglieder der Nock-Familie. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Comet Photo)
Pio wird als Clown, der über das Hochseil tanzt, berühmt. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Comet Photo)Pio wird als Clown, der über das Hochseil tanzt, berühmt. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Comet Photo)
Pio begibt sich an der Expo 1964 in Lausanne mit dem Velo aufs Hochseil. (Bild: Keystone)Pio begibt sich an der Expo 1964 in Lausanne mit dem Velo aufs Hochseil. (Bild: Keystone)
Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)
Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)
Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)Der Zirkus in Solothurn im Jahr 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)
Zirkus Nock in Solothurn, 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)Zirkus Nock in Solothurn, 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)
Zirkus Nock in Solothurn, 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)Zirkus Nock in Solothurn, 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)
Zirkus Nock in Solothurn, 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)Zirkus Nock in Solothurn, 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)
Zirkus Nock in Solothurn, 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)Zirkus Nock in Solothurn, 1961. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich/ Bruderer)
Der zauberhafte Clown Pierino führt bei der Premiere des neuen Programms des Zirkus Nock am Samstag, 10. März 2001 in Frick seine Nummer vor. (Bild: KEYSTONE/Dominik Pluess)Der zauberhafte Clown Pierino führt bei der Premiere des neuen Programms des Zirkus Nock am Samstag, 10. März 2001 in Frick seine Nummer vor. (Bild: KEYSTONE/Dominik Pluess)
Der Italiener Redi Cristiani zeigt seine Raubtiernummer im Jahr 2003. (Bild: KEYSTONE/Caliope Foschini)Der Italiener Redi Cristiani zeigt seine Raubtiernummer im Jahr 2003. (Bild: KEYSTONE/Caliope Foschini)
Die russische Akrobatin Elena Tchipokova 2001 in Frick. (Bild: KEYSTONE/Dominik Pluess)Die russische Akrobatin Elena Tchipokova 2001 in Frick. (Bild: KEYSTONE/Dominik Pluess)
Die tschechische Akrobatin Enrica Stauberti 2001 in Frick. (Bild: KEYSTONE/Dominik Pluess)Die tschechische Akrobatin Enrica Stauberti 2001 in Frick. (Bild: KEYSTONE/Dominik Pluess)
Kindervorführung im Zirkus Nock in Willisau im Jahr 2000. (Archiv LZ) Kindervorführung im Zirkus Nock in Willisau im Jahr 2000. (Archiv LZ)
Die Italienerin Soara Bobba zeigt ihre Zebra-Nummer 2003. (Bild: KEYSTONE/Caliope Foschini)Die Italienerin Soara Bobba zeigt ihre Zebra-Nummer 2003. (Bild: KEYSTONE/Caliope Foschini)
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Nach 158 Jahren: Lichterlöschen beim Circus Nock

Der Circus Nock ist am Ende. Finanzielle Probleme und das komplexer gewordene Geschäft haben die Familie zur Aufgabe bewogen. Mit dem Circus mit Sitz in Oeschgen AG verschwindet der älteste Schweizer Zirkus aus der Unterhaltungsbranche.

In der Geschichte der Dynastie brachten es einige Nocks zu grosser Bekanntheit. Einer der ersten war Pius Nock, der als Clown Pio weltweit berühmt wurde. Pios Spezialität waren die Auftritte als Clown auf dem Hochseil. In seinem berühmtesten Akt amüsierte er das Publikum, indem er unbeholfen über ein Löwengehege balancierte und sich immer wieder vor dem fatalen Fall rettete. Das brachte ihm eine Filmrolle ein: 1964 zeigte er seinen Hochseilakt im Film Circus-Welt mit Western-Legende John Wayne in der Hauptrolle. Er trat als Double von Richard Conte auf, der einen Artisten verkörperte.

Der berühmte Auftritt von Pio in "Circus-Welt":

(Video: Youtube/ Sandyweber)

Ein prägendes Ereignis erlebte Pio 1973: Er stürzte im New Yorker Madison Square Garden vom Hochseil in den Löwenkäfig. Das brachte ihm eine Nachricht auf der Frontseite der «New York Times» ein. Der Zwischenfall vor 17'000 Zuschauern ging glimpflich aus: Pio kam ohne ernsthafte Verletzungen davon. Der Löwendompteur bremste seinen Fall ab und hielt die Tiere von ihm fern. «Es war wie ein Wunder aus der Bibel», kommentierte Pio sein Glück im Unglück.

Der balance-starke Clown war der Cousin von Franz Nock, dessen Töchter Franziska und Alexandra den Zirkus zuletzt in siebter Generation führten. Pio starb 1998 im Alter von 77 Jahren nach einem Zusammenbruch in der Manege eines Winterzirkusses in Dortmund.

Ebenfalls zu grosser Bekanntheit brachten es Pios Geschwister Elizabeth, Charles und Eugen. Sie stehen am Ursprung des Familienzweigs Nock in den USA, der bis heute im Artistengeschäft tätig ist. Der Stern des Trios ging 1954 auf, als die drei Schweizer für einen Auftritt nach London eingeladen wurden, den auch Queen Elizabeth verfolgte. Fortan traten sie unter dem Namen «Nerveless Nocks» auf. Sie liessen sich in den USA nieder, wo sie grosse Erfolge feierten. Die «Nerveless Nocks» existieren noch heute: Die aktuellen Mitglieder heissen gemäss ihrer Website Michelangelo, Carolina Espana, Angelina und Cyrus Nock. Sie rühmen sie sich einer 173-jährigen Geschichte. Damit rechnen sie grosszügiger als ihre Verwandten in der Schweiz, die nächstes Jahr das 160-Jahre-Jubiläum gefeiert hätten.

Video eines Auftritts der Nerveless Nocks 2009 im «Todesrad»:

Youtube/Nervelessnocks

Einen eigenen Weg schlug Bello Nock ein. Der Sohn von Eugen trat im Alter von drei Jahren erstmals für die «Nerveless Nocks» vor Publikum auf. Der heute 50-Jährige startete später als Stunt-Clown durch. Grosse Ehre liess ihm das Time Magazine 2001 zukommen: Er erhielt die Auszeichnung als Amerikas bester Clown. Auch Bello wagt sich als Artist in grosse Höhen, wie der folgende Auftritt zeigt in America's Got Talent 2017 zeigt:

Youtube/America's Got Talent

Nock flog relativ früh aus der Casting-Show, kam dank einer Wildcard aber zurück. Im Viertelfinal war definitiv Schluss.

Nock erhielt mehrere Auszeichnungen: 2011 gewann er den Golden-Clown-Award in Monaco:

Bello Nock mit Prinz Albert II von Monaco und Prinzessin Stephanie während der Gala des Internationalen Zirkusfestivals in Monte Carlo 2011. Bild: (Keystone)

Bello Nock mit Prinz Albert II von Monaco und Prinzessin Stephanie während der Gala des Internationalen Zirkusfestivals in Monte Carlo 2011. Bild: (Keystone)

Der hierzulande bekannteste und wohl waghalsigste Nock ist heute Hochseilartist Freddy, der Grossneffe von Clown Pio. Er hält diverse Weltrekorde: 2006 lief er 24 Stunden lang im «Todesrad» und legte 135,4 Kilometer zurück. 2018 verbesserte er den Rekord auf 25 Stunden. «Das war der letzte Radrekord», sagte der heute 54-Jährige. Im November stellte er den Rekord im Dauersitzen auf einem Stuhl auf einem Hochseil auf: 8 Stunden, 30 Minuten, 55 Sekunden.

Weltrekord für Freddy Nock im «Todesrad»:

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