Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Video

Wie die Amerikaner uns Trumps Lieblingsjet verkaufen wollen

In Payerne VD wird derzeit der Kampfjet Super Hornet getestet. Das Flugzeug ist der Liebling von US-Präsident Donald Trump. Auch der US-Botschafter in Bern, Ed McMullen, ist sichtlich ergriffen vom Vogel.
Henry Habegger

Kampfjet Nummer zwei präsentiert sich dieser Tage in der Schweiz. Der F/A-18 Super Hornet von Boeing ist nach dem Eurofighter als zweiter Jet an der Reihe und absolviert auf dem Militärflughafen von Payerne VD die Flugtests.

Seine Aufwartung machte am Medientag auch Ed McMullen, Trumps Mann in Bern. Der US-Botschafter, der mit stattlichem Begleittross inklusive Personenschützer anmarschierte, war sichtlich beeindruckt vom Fluggerät aus dem Hause Boeing. Auf dem Rollfeld nahm er den Jet minutenlang in Augenschein. Auch Sicherheitsleute waren so beeindruckt, dass sie ihren Auftrag vorübergehend vergassen und Handy-Fotos vom Vehikel schossen.

US-Botschafter Ed McMullen (links) nimmt das Lieblingsflugzeug des US-Präsidenten Donald Trump, den Super Hornet, in Augenschein. (Bild: Henry Habegger)

US-Botschafter Ed McMullen (links) nimmt das Lieblingsflugzeug des US-Präsidenten Donald Trump, den Super Hornet, in Augenschein. (Bild: Henry Habegger)

Im Gespräch preist der Botschafter die Vorzüge der beiden US-Jets, die sich in der Schweizer Evaluation bewerben – der andere ist der F-35 von Lockheed Martin. «Es sind überlegene Produkte», sagt McMullen, und zweifellos seien sie das Beste für die Schweiz. McMullen, der sich als grossen Freund der Schweiz bezeichnet, ist zuversichtlich, dass unser Land einen der beiden US-Jets kauft, er erinnert an die bewährte Zusammenarbeit in den 20 Jahren, während denen die Schweizer Luftwaffe den F/A-18 C/D fliegt. Der heutige F/A-18 der Schweizer Luftwaffe ist ein Vorgängermodell des Super Hornet.

McMullen: «Ich liebe sie beide»

McMullen bestätigt, dass er auch im Juni in Payerne sein werde, wenn der F-35 vorgestellt wird. Auf die Frage von CH Media, welchen der beiden Jets er bevorzuge, sagt McMullen, ganz Diplomat: «Ich liebe sie beide!»

Die Leute von Boeing bemühten sich, den Super Hornet als Flugzeug der neusten Generation anzupreisen. «In diesem Wettbewerb gibt es nur zwei Flugzeuge der neuen Generation: Der Super Hornet und der F-35», sagte ein Boeing-Mann. Will heissen, die drei europäischen Jets im Rennen – Eurofighter, Rafale, Saab – gründen auf älteren Technologien. Bei Fachleuten kam das nicht überall gut an, weil viele der Ansicht sind, dass einzig der Tarnkappen-Bomber F-35 der sogenannten fünften Generation angehört. Der Super Hornet dagegen sei ein aufgetakelter F/A 18, er gehöre wie die die Europäer zur vierten Generation.

Die Flugzeuge der fünften Generation zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie für Radare weniger gut sichtbar seien. Beim F-35 ist das unbestritten.

Der Super Hornet - Trumps Lieblingsjet

Aber der Super Hornet der Version Block III, den die Schweiz kaufen würde, hat einen sehr gewichtigen Fürsprecher. Der Jet geniesst den ausdrücklichen Support von US-Präsident Donald Trump. Der Super Hornet ist sogar der erklärte Lieblingsjet von Präsident Trump.

(Bild: Valentin Flauraud / Keystone)

(Bild: Valentin Flauraud / Keystone)

«Trumps Verteidigungsbudget verleiht Boeings Super Hornet Kampfjet viel Schub», titelte im März 2018 das Wirtschaftsmagazin Forbes. Es ermöglichte Boeing, in die Weiterentwicklung der Jets zu investieren. Die US-Navy bestellte 2019 78 Super Hornet.

Trump und die Tarnkappe

Laut defensenews.com sagte Trump letztes Jahr: Das US-Militär werde Super Hornets «mit der neusten und grössten Tarnkappentechnik und einer Menge an Dingen kaufen, von denen die Leute nicht einmal wissen.» Trump habe dabei vom Einsatz von RAM gesprochen (Radar absorbent materials). Überzugsmaterial also, das die Jets für Radars weniger sichtbar macht. Allerdings sei RAM keine neue Technologie, Boeing habe die auch bei anderen Jets bereits eingesetzt. Aber der neue F/A-18 kriege mehr dieser Technik, sagte Dan Gillian, Leiter des F/A-18-Programms.

Kauft die Schweiz Trumps Lieblingsjet? Bis zur Beantwortung dieser Frage wird es noch eine Weile dauern. Mitte Mai ist der Rafale von Dassault an der Reihe, in Payerne die Tests zu absolvieren. Es folgen der F-35 und am Schluss der Gripen von Saab aus Schweden. Für welchen Jet sich der Bundesrat schlussendlich auch entscheidet: Es gibt eine Referendumsabstimmung, und ausgeliefert werden die ersten Maschinen frühestens 2025.

Amerikaner sind «glücklich, hier zu sein»

Die Boeing-Leute schwärmten am Dienstag allesamt von der Schweiz. Sie brachten dem Gastgeberland so richtig den Schmus. Ergriffen zeigte sich ein erfahrener Kampfjetpilot im Solde von Boeing: «Ich bin glücklich, hier zu sein.» Er habe den Super Hornet letzte Woche über die Schweiz geflogen, was «ein Höhepunkt in meiner Karriere war. Ich danke Ihnen für diese Gelegenheit.»

Die Boeing-Leute geben sich überzeugt, dass der Super Hornet für die Schweiz «ein sehr günstiges Flugzeug» sei. Er habe den tiefsten Flugstundenpreis der Kampfjets im US-Militär. Für die Schweiz sei zudem von Vorteil, dass sie bereits die Vorgängerversion fliege. Das bedeute, dass 60 Prozent der heutigen Infrastruktur übernommen werden könne.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.