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Direktor des Zürcher Kinderspitals tritt zurück: Spital verneint Zusammenhang mit heftiger Kritik

Erhöhte Sterberaten bei einer bestimmten Herzoperation, missratene Pressekonferenzen und ein Herzchirurg im Hungerstreik: Das Kinderspital machte im Sommer unruhige Zeiten durch. Jetzt hat der Direktor seinen Rücktritt angekündigt. Mit den Vorfällen im Herzzentrum habe das aber nichts zu tun.
Leo Eiholzer
Markus Malagoli an einer Pressekonferenz im Mai. (Quelle: Keystone)

Markus Malagoli an einer Pressekonferenz im Mai. (Quelle: Keystone)

Markus Malagoli, Direktor des im Sommer in die Kritik geratenen Kinderspitals Zürich, tritt zurück. In einer Medienmitteilung hat das Spital am Freitag seinen Abgang nach 12 Jahren als Direktor auf Ende 2020 angekündigt. Malagoli lege seinen Rücktritt bewusst auf einen Zeitpunkt, «der die Kontinuität in der Führung für den Bezug und Betrieb des Neubaus optimal sicherstellt».

Der Zeitpunkt ist aber aus anderem Grund bemerkenswert. Malagoli wird 2020 mit seinen 62 Jahren kurz vor dem Pensionsalter stehen. Er hat gerade die unruhigste Phase seiner Zeit im Kinderspital hinter sich. Mitte April war bekannt geworden, dass ein entlassener Herzchirurg des Spitals wegen eines Arbeitskonflikts in den Hungerstreik getreten ist.

Im Mai deckte CH Media auf, dass das Kinderspital laut Studien zwischen 2001 und 2014 bei einem bestimmten Herzfehler eine doppelt so hohe Sterberate aufwies wie Vergleichsspitäler. Das Kispi wies die Vorwürfe zurück. Nur einen Monat später veröffentlichte das Spital aber aktuellere Zahlen, die zeigten, dass im Kinderspital tatsächlich deutlich mehr Patienten mit dem Herzfehler starben. Gegen den Vergleich wehrte sich das Kispi noch immer wegen der geringen Anzahl Fälle und angeblich unterschiedlicher Risiken.

Allerdings verfügten die Behörden eine Supervision des Herzzentrums und das Kinderspital unternahm Schritte, die die interne Koordination bei der Behandlung des Herzfehlers sicherstellen sollen. Der Konflikt mit dem Herzchirurgen eskalierte vor kurzem erneut, als das Kinderspital mitteilte, man habe ihn wegen Drohung angezeigt. Dessen Anwalt wies die Vorwürfe als «unwahr» zurück.

Stiftungsratspräsident Martin Vollenwyder bestreitet einen Zusammenhang des Rücktritts mit den Vorfällen im Herzzentrum. Malagoli wird in der Mitteilung als «umsichtig» und für sein «grosses Fingerspitzengefühl» gelobt.

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