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Weltklasse oder Sparrunde? ETH will zwei Forschungsanstalten fusionieren

Die ETH plant zwei renommierte Institute zusammenführen. Das sorgt für Kritik. Mitarbeiter befürchten Sparmassnahmen.
Bruno Knellwolf und Yannick Nock
Blick ins Hauptgebäude des Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs (Eawag). (Bild: Keystone)

Blick ins Hauptgebäude des Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs (Eawag). (Bild: Keystone)

Die ETH steht vor einem Umbruch. Zwar dominieren die Hochschulen in Zürich und Lausanne die öffentliche Wahrnehmung, doch es gibt weitere Institute, die dem ETH-Bereich angehören – und die zu den renommiertesten der Schweiz zählen. Zwei von ihnen sollen nun zusammengelegt werden.

Dabei handelt es sich um die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und das Wasserforschungsinstitut (Eawag). Die Fusion habe der ETH-Rat im September beschlossen, berichtete der «Blick» am Mittwoch. Betroffen sind rund 900 Mitarbeiter. Auf Anfrage bestätigt der Sprecher des ETH-Rats, Gian-Andri Casutt, die Pläne der Zusammenlegung.

Beth Krasna.

Beth Krasna.

Der ETH-Rat wolle damit im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit ein «Institut von Weltklasseformat» schaffen. Die Bündelung der Kräfte würde zudem die Strahlkraft der ETH-Forschung weltweit stärken. Vorangetrieben wurden die Pläne unter der Leitung von Beth Krasna, der Interims-Präsidenten des ETH-Rats.

Muss Geld für andere Bereiche freigeschaufelt werden?

Doch die Zusammenlegung ist umstritten. Ein langjähriger Mitarbeiter im ETH-Bereich, der anonym bleiben möchte, macht seinem Unmut Luft. Er zeigt sich erstaunt und besorgt über den Zeitpunkt, zwei renommierte Institutionen der Schweizer Umweltforschung in ihrer heutigen Form aufzulösen.

Die Forschungsinstitute seien mit der Information zu diesem heiklen Traktandum überrumpelt worden, sagt er. Ausserdem hätte das sich im Wahlkampf befindende Parlament erst im November informiert werden sollen. Damit habe der ETH Rat die Konsultationspflicht verletzt.

Sprecher Casutt weist die Vorwürfe zurück: «Seit fast zwei Jahren existiert eine Task Force zu diesen Plänen», sagt er. Auch mit den Forschungsanstalten seien Gespräche geführt worden. Doch das ist nicht die einzige Kritik. Der ETH-Mitarbeiter vermutet, dass die ETH Lausanne nach der Expansionsphase in der Ära des früheren EPFL-Präsidenten Patrick Aebischer Geld brauche und deswegen eine Reorganisation der Umweltforschung samt Stellenbau anstrebe.

Auch die strategischen Schwerpunkte Datenwissenschaften und personalisierte Medizin benötigten Mittel. Der Mitarbeiter befürchtet, der ETH-Rat wolle diese Mittel mithilfe der Fusion einsparen.

«Es ist kein Stellenabbau vorgesehen»

Die Grösse eines Instituts spiele keine Rolle für die Qualität der Forschung, sondern die Befähigung der Mitarbeiter, bemängelt er. Zudem seien bereits Synergien zwischen den betroffenen Instituten realisiert worden.

Die Fusion von WSL und Eawag sei seit Ende der 1980er-Jahre mehrmals diskutiert worden, aber bisher immer verworfen worden. Dem neuen Fusionsprojekt fehlten zudem inhaltliche Ideen, sagt der ETH-Mitarbeiter.

Rats- Sprecher Casutt weist auch diese Vorwürfe zurück. Bei den Überlegungen ginge es nicht ums Sparen. Vielmehr wolle der ETH-Rat die Forschung besser koordinieren. «Es ist kein Stellenabbau vorgesehen», sagt er. Auch die Standorte blieben unverändert. Der ETH-Rat will Ende Oktober mit konkreten Plänen an die Öffentlichkeit treten.

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