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Weiteres Kind stirbt nach Brand in Solothurn

Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Brand in einem Mehrfamilienhaus in Solothurn ist auf sieben gestiegen. Der Kanton will sich um die zwei Waisen kümmern.
Noëlle Karpf und Raphael Karpf
Das Mehrfamilienhaus nach dem Brand am Montag. Die Brandursache ist noch unklar. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (26. November 2018))

Das Mehrfamilienhaus nach dem Brand am Montag. Die Brandursache ist noch unklar. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (26. November 2018))

Der Brand, der sich in der Nacht auf Montag in Solothurn ereignete, fordert ein weiteres Todesopfer: Ein Kind erlag am Mittwoch im Spital seinen Verletzungen. Wie die Kantonspolizei Solothurn mitteilt, handelt es sich um das Kind der betroffenen eritreischen Familie. Es war im Schulalter und hatte beim Brand bereits seine Eltern und die Schwester – ebenfalls im Schulalter – verloren. Insgesamt liegt die Anzahl Todesopfer nach der Katastrophe nun bei sieben Personen.

Auch beide Elternteile einer äthiopischen Familie und ihr Kleinkind starben in der Nacht. Zwei ihrer drei Kinder – darunter das Baby, das von der Mutter zur Rettung aus dem Fenster geworfen worden war – haben überlebt. Sie befinden sich nach Angaben der Polizei schwer- und mittelschwer verletzt im Spital.

Während der Aufenthaltsstatus der ausgelöschten eritreischen Familie, die sich in der Liegenschaft an der Wengistrasse 40 aufhielt, nicht öffentlich bekannt ist, handelte es sich bei den Personen aus der äthiopischen Familie um Menschen mit negativem Asylentscheid, die also ausreisepflichtig waren. Der Kanton Solothurn hatte die Familie in eine von vier gemieteten Wohnungen für insgesamt elf Personen aus dem Asylbereich untergebracht.

Genesung der Kinder das Wichtigste

Was geschieht nun mit den beiden Kindern der äthiopischen Familie? «Derzeit ist ihre Genesung das Wichtigste», sagt Claudia Hänzi, Chefin des Amtes für soziale Sicherheit (ASO). Der Kanton sei aber zuständig, bestätigt Hänzi. «Wir arbeiten zusammen mit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb und den Zuständigen aus dem Gesundheitsbereich.» Für die Kinder sei also gesorgt, fasst die ASO-Chefin zusammen. Ob die Kinder in der Schweiz bleiben werden oder nicht, kann Hänzi noch nicht sagen. Auch, ob es noch Verwandte gibt, ist offiziell noch nicht bekannt.

Derweil sind an der Unglücksstelle noch mehr Kerzen und Blumen vor die Absperrungen hingelegt worden. In der Solothurner St.-Ursen-Kathedrale finden sich ebenfalls Kerzen und ein Gedenkbuch für die Betroffenen des Unglücks. Stadtpräsident Kurt Fluri sprach bereits davon, eine Gedenkfeier zu veranstalten. «Das ist alles sehr schnell gegangen», so Fluri bei einem kurzen Telefongespräch im Bundeshaus – dort sitzt er gerade in der Nationalratssession. Teils hätten die Opfer auch keine Angehörigen oder gar keinen Wohnsitz in Solothurn. Man werde aber kommunizieren, wann und in welchem Rahmen die Gedenkfeier stattfinden soll.

Forderung nach Brandmelder-Pflicht

Genauere Angaben zum Brand, bei welchem den Bewohnern wohl vor allem der Rauch zum Verhängnis wurde, gibt es vor Abschluss der Untersuchungen noch keine. Personen flüchteten durch die Fenster, die Polizei rettete die Menschen mit Atemschutz-Säcken durch die Korridore und über Leitern. Von Seiten der Feuerwehr hiess es aber, das Gebäude sei nach damals gängigen Brandschutzvorschriften erstellt worden.

Zu reden gibt nach dem Unglück auch das Thema Brandmelder. Der Schweizerische Feuerwehrverband (SFV) fordert nun eine Rauchmelder-Pflicht. «Sie könnte sehr vielen Menschen das Leben retten», sagte Walter Pfammatter, stellvertretender Direktor des SFV, gegenüber «20 Minuten».

Auch die Solothurner Nationalrätin Bea Heim (SP) will ein Obligatorium prüfen. «Ein Rauchmelder hätte diese Tragödie in Solothurn vermutlich verhindern können.» Ein Rauchmelder-Obligatorium wurde zuletzt 2015 geprüft und verworfen. 2017 kamen schweizweit 14 Menschen bei einem Brand ums Leben. Im Durchschnitt sind es an die 20 Menschen jährlich.

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