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Wegen Quellenstreit und Trockenheit: Gossauer Feuerwehr beliefert Weiler mit Trinkwasser

Im Westen von Gossau ist eine Wasserquelle versiegt, die drei Häuser versorgt. Da es um eine benachbarte Quelle einen Rechtsstreit gibt, muss die Stadt einspringen. Nun beliefert die Feuerwehr den Weiler mit Tanks.
Sebastian Schneider
In Rüeggetschwil westlich der Stadt ist das Wasser in drei Häusern ausgegangen. (Bild: Benjamin Manser und Michel Canonica)

In Rüeggetschwil westlich der Stadt ist das Wasser in drei Häusern ausgegangen. (Bild: Benjamin Manser und Michel Canonica)

Die Trockenheit bricht Rekorde und bereitet neue Probleme. Wie teilweise im Toggenburg versiegen nun auch in Gossau erste Trinkwasserquellen. Wegen eines Rechtsstreits wird dieser Hitzesommer für ein Grund- und Quellenbesitzer im Weiler Rüeggetschwil zu einer existenziellen Bedrohung.

Wie in den Sommern 2003 und 2015 ist seine Quelle, die sonst drei Häuser versorgt, versiegt. In den vergangenen Rekordsommern konnte er jedoch von der grösseren Quelle in der Nähe Wasser beziehen. Diese Überbrückung funktioniert heuer nicht. Der Verein und die Besitzer der grossen Quelle stehen im Rechtsstreit. Wann es zwischen dem Verein Wasserversorgung Nutzenbuch-Rüeggetschwil, der Besitzer und der Stadt Gossau zu einer Einigung kommt, ist nicht absehbar (siehe Box).

Aufgrund des Quellenzanks will oder kann der Verein dem Besitzer der versiegten Quelle kein Trinkwasser zur Verfügung stellen. Und so muss die Stadt Gossau, die den Auftrag der Grundversorgung wahrnehmen muss, Sofortmassnahmen ergreifen. Seit zwei Tagen lässt sie für die drei betroffenen Häuser im Westen der Stadt Wasser liefern. Tausend Liter Wasser werden im Moment täglich von der Feuerwehr mit dem Tanklöschfahrzeug transportiert.

Andere Massnahmen werden geprüft

Peter Guler, der seit Anfang Juli Geschäftsführer der Stadtwerke ist, bestätigt die Einsätze der Feuerwehr. «Den Transport übernehmen die Stadtwerke, das Wasser zahlen die Nutzer», erklärt Guler. Der Wassertransport sei eine Notvorkehrung und nicht die ideale Lösung. In der kurzen Handlungsfrist habe man sich für diese Massnahme entscheiden müssen. «Wir prüfen jetzt andere Möglichkeiten, um die Feuerwehrtransporte baldmöglichst abzulösen», sagt Guler.

Er weiss, dass das Problem anhalten kann und dass die Stadtwerke für längere Zeit die Wasserversorgung für die drei Häuser sicherstellen müssen. Der Eigentümer der versiegten Quelle geht davon aus, dass es Monate dauern wird, bis er wieder selber fliessend Wasser hat.

Es könnte noch schlimmer kommen. Wie lange die grössere Quelle noch Wasser liefert, ist ungewiss. Ein Quellenbesitzer sagt, dass die diesjährige Trockenheit jene im Jahr 2003 überschreite. «Und damals schon wurde das Wasser knapp.» Kommt kein Wasser mehr nach, kann also auch die Grössere Quelle versiegen, und die Stadtwerke müssten den ganzen Weiler mit Wassertanks beliefern. Dieses Szenario spielt laut Guler in der Auslegeordnung durchaus eine Rolle. «Unser primäres Ziel ist es aber derzeit, die Versorgung der drei Häuser sicherzustellen.»

Nächste Runde im Quellenstreit

Der Verein Wasserversorgung Nutzenbuech-Rüeggetschwil und die Eigentümer einer Quelle im Radmoos westlich der Stadt Gossau sind sich seit langem uneins. Auslöser sind drei Häuser im Weiler Rüeggetschwil, die Wasser von einer kleineren Quelle beziehen. Der Verein wie auch die Stadt wollen, dass die drei Häuser an die grössere Quelle im Radmoos angeschlossen werden. Mit dem Anschluss sei für diese Parzellen die Wasserversorgung stets gesichert. Die eigene Quelle wird mit der Klimaerwärmung nämlich unzuverlässig – wie nach 2003 und 2015 auch dieser Sommer zeigt. Weil das Quellwasser durch den geplanten Anschluss auch in vermietete Wohnungen fliessen würde, muss die Stadt eine Schutzzone ausscheiden, die sich allerdings mit einer geplanten Deponie überschneidet. Die Pläne hat die Stadt vergangenen Frühherbst aufgelegt. Zwei Anstösser haben Einsprachen eingelegt.
Der Rechtsstreit geht nun in die nächste Runde. Die Stadt hat die Einsprachen abgelehnt, worauf die Einsprecher Rekurs beim Kanton eingereicht haben, wie von der Stadtkanzlei zu erfahren ist. Der Stadtrat werde laut Urs Salzmann, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt, eine Stellungnahme beim Kanton nachreichen. Die Stadt und die Eigentümer der Quellen sind schon seit rund zehn Jahren am Verhandeln, wie Salzmann im März sagte. Wo das Problem genau liegt, darüber wollen weder der Verein noch die Eigentümer Auskunft geben; beide Parteien verweisen auf das laufende Verfahren. (ses)

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