Wegen Nikab: Lugano büsst IZRS-Frau Nora Illi

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Verhüllungsverbot Nora Illi muss wegen eines Verstosses gegen das Tessiner Burkaverbot eine Busse von 250 Franken bezahlen. Dies habe ihr die Stadt Lugano im Januar mitgeteilt, sagte sie auf Anfrage. Illi ist beim Islamischen Zentralrat der Schweiz (IZRS) für Frauenangelegenheiten zuständig. Sie wurde im letzten Sommer in der Stadt Lugano mit einem Nikab ertappt. Dieses Kleidungsstück verhüllt bis auf einen Sehschlitz den ganzen Körper.

Illi wird die Busse jedoch anfechten – notfalls bis vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. «Das Tessiner Verhüllungsverbot schränkt mich in einer islamischen Kultushandlung und in meinem Recht auf Selbstbestimmung ein», sagt Illi.

Illi droht eine weitere Busse von der Stadt Locarno. Am Tag des Inkrafttretens des Verhüllungsverbots schritt die Konvertitin in ihrem Nikab über die Piazza Grande und wurde dabei von der Polizei angehalten. Bis jetzt hat Locarno Illi allerdings noch keine Busse zugestellt.

Seit letztem Juli gilt im Tessin ein Burkaverbot. Bis jetzt wurden sechs Verfahren wegen Verstössen dagegen eröffnet. (kä)