Weder Stadt noch Land – die Agglomeration

Die Schweiz kennt nicht nur Stadt und Land, sondern im zunehmenden Masse auch ein Zwischending: die Agglomeration. Dort lebt inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung. Was die Agglomeration auszeichnet, beschreibt ein eben erschienenes Buch.

Richard Clavadetscher
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Die dritte Kraft im Land: Die Agglomeration. (Bild: Keystone)

Die dritte Kraft im Land: Die Agglomeration. (Bild: Keystone)

Die jüngere Forschung betont, das Gegensatzpaar «Stadt – Land» sei zu simpel. Lange Zeit nicht als eigene Kategorie wahrgenommen, nennt sie die Agglomeration als dritte Kategorie. Seit der Abstimmung über die Masseneinwanderungs-Initiative ist diese Agglomeration, weil «matchentscheidend» auch ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit getreten. Wie aber lebt und denkt man in der Agglomeration? Im eben erschienenen Buch «Städtische versus ländliche Schweiz?» versammelt Georg Kreis unterschiedliche Sichten in Beiträgen namhafter Autoren zum Thema Agglomeration.

Von ländlicher Tradition geprägt
So zeigt etwa Claude Longchamp mit den Abstimmungsergebnissen der letzten zwei Jahrzehnte auf, dass die Kombination von Stadt und Dorf, eben die Agglomeration, dem Wandel unterworfen ist. Katja Gentinetta und Heike Scholten wiederum erinnern daran, dass das schweizerische Selbstbild stark von der ländlichen Tradition geprägt ist und sich auch die verstädterte Agglomerationsbevölkerung des öftern daran orientiert. Dies verkenne die Wirklichkeit und schaffe eine konstruierte Identität. Ihr könne nur durch ein dauerhaftes Gespräch über die wirklichen Stärken und Schwächen unseres Landes begegnet werden.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 10. April.

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