Warum sich der Bundesrat Hilfe bei Anwälten und der Raiffeisen-Bank holt

Teile des bundeseigenen Rüstungskonzerns Ruag sollen an die Börse gebracht werden. Doch der Plan verzögert sich.

Sven Altermatt
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Der Slogan «Together ahead» (Gemeinsam vorwärts) prangt auf dem Ruag-Verwaltungsgebäude: Wie geht es beim Rüstungskonzern weiter?

Der Slogan «Together ahead» (Gemeinsam vorwärts) prangt auf dem Ruag-Verwaltungsgebäude: Wie geht es beim Rüstungskonzern weiter?

Bild: Keystone

Aus eins mach zwei: Der Bund hat den Rüstungskonzern Ruag in zwei Sparten aufgespalten. In einen Teil, der die Armee ausrüstet und etwa Waffensysteme wartet. Und in den Teil Ruag International, der Raumfahrtprodukte herstellt und Rumpfteile für Flugzeuge baut. Beide Sparten sind an eine Beteiligungsgesellschaft des Bundes angehängt. Die Ruag International soll mittelfristig privatisiert und an die Börse gebracht werden.

Doch zuletzt musste der Konzern die Erwartungen dämpfen: 2019 ist die Ruag in die Verlustzone gerutscht. Verantwortlich dafür sind nebst Sonderkosten für die Konzernaufspaltung unter anderem auch die Krise beim Grosskunden Airbus und Probleme mit einem eigenen Flugzeug. Wegen der Coronakrise könnte der Börsengang sogar noch weiter in die Ferne rücken, räumte das Ruag-Management vergangene Woche ein.

Das letzte Wort hat der Bundesrat. Klappt es mit dem Börsengang nicht, behält er sich als Rückfalloption den Verkauf aller Geschäftsbereiche von Ruag International vor. Um einen Entscheid fällen zu können, holt er sich namhafte Hilfe. Nun wird publik: Die Anwälte der Wirtschaftskanzlei Burkhalter und die Raiffeisen Schweiz sollen die Landesregierung in wirtschaftlichen Fragen beraten. Das Konsortium hat das Mandat nach einer Ausschreibung erhalten. 1,96 Millionen Franken lässt der Bund dafür springen, ist dem Zuschlagsentscheid zu entnehmen.

Die Ruag International muss dem Bundesrat für ihre Privatisierung «einen Umsetzungsplan unterbreiten, der einen mit Schlüsselkennzahlen unterlegten Zielpfad mit Meilensteinen enthält», so die zuständige Eidgenössische Finanzverwaltung. Die Anwälte und die Bank sollen diesen Plan anschliessend durchleuchten. Und weil der Bundesrat bis zur vollständigen Privatisierung weitere Entscheide fällen müsse, wie es weiter heisst, gehörten zum Auftrag auch «optionale Leistungen betreffend wirtschaftliche und juristische Beratung».