Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wahlkampf mit «alter Dreckschleuder»: SP greift Aargauer Ständeratskandidat wegen VW Bus an

Thierry Burkart klappert den Kanton Aargau mit einem alten VW Bus ab. Das ruft politische Gegner des FDP-Ständeratskandidaten auf den Plan. Die kantonale SP-Präsidentin Gabriela Suter wirft ihm vor, mit einer «Dreckschleuder» Wahlkampf zu betreiben.
Kari Kälin
Posiert vor seinem Wahlkampfgefährt: Der Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart. Bild: Privatarchiv

Posiert vor seinem Wahlkampfgefährt: Der Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart. Bild: Privatarchiv

Klima, Klima und noch einmal Klima: Die Ökodebatte feiert im Eidgenössischen Wahljahr Hochkonjunktur. Die Klimajugend will online publizieren, welche Kandidaten ihre Forderungen teilen. Am Montag spricht die Umweltaktivisten Greta Thunberg in Lausanne.

Wenig Freude hätte die Teenagerin aus Schweden vermutlich an FDP-Nationalrat Thierry Burkart. Der FDP-Politiker, der für einen Sitz im Stände- und Nationalrat kandidiert, präsentierte am Freitag auf Twitter, mit welcher Art von Mobilität er seinen Wahlkampf bestreitet: Mit einem VW Bus Jahrgang 1974, der pro 100 Kilometer 14 Liter Benzin verbraucht.

Vom Hippiesymbol zum Umweltsündenbock

Der VW Bus, einst rollendes Symbol der Hippiekultur, mutiert im Wahlkampf nun zum Umweltsündenbock. «Der Ständeratskandidat der FDP macht mit einer alten Dreckschleuder Wahlkampf», twitterte die Aargauer SP-Präsidenten Gabriela Suter.

Das Klimapapier seiner Partei lasse ihn offensichtlich kalt. Die Attacke auf den politischen Gegner bescherte Nationalratskandidatin Suter auf Twitter durchaus kritische Reaktionen. SP-Nationalrat Cédric Wermuth, der wie Burkart einen Sitz im Stöckli anstrebt, gibt sich derweil diplomatisch. Burkart müsse selber wissen, wie er unterwegs sein wolle. Wermuth fährt mit dem ÖV, aber auch mit seinem Privatauto, einem Volvo mit Dieselantrieb und 5 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer, an Wahlkampfanlässe. Im Kanton Aargau habe man nicht bis abends spät in jedes Dorf ÖV-Verbindungen, erklärt er. Den CO2-Ausstoss kompensiert Wermuth via Myclimate. Das tut auch Gabriela Suter, wenn sie ausnahmsweise mit einem Mobility-Auto anstatt mit dem Velo oder dem ÖV unterwegs ist.

Und Thierry Burkart? Plagt ihn das schlechte Gewissen? Sabotiert er den neuen Umweltkurs seiner Partei mit einem benzinhungrigen Retrobus? «Im Gegenteil», sagt der Burkart. Er setze auf Eigenverantwortung. Aus diesem Grund kompensiere er den CO2-Ausstoss bei Myclimate.

«Schönes und lässiges Fahrzeug»

«Das ist wirkungsvoller Klimaschutz», sagt er. Zudem bereite der Wahlkampf mit dem Bus, den er am Freitag in Aarau entgegengenommen habe, Freude. «Das ist ein schönes und lässiges Fahrzeug», sagt Burkart. Er habe fast ausschliesslich positive Reaktionen auf sein Vehikel erhalten.

Mit einem Ape, einem legendären dreirädrigen italienischen Kleintransporter, tourt derzeit FDP-Ständerat Damian Müller durch den Kanton Luzern. Auch Müller kompensiert seine Fahrten bei Myclimate – und nimmt Burkart in Schutz. Die SP wolle offenbar einen politischen Konkurrenten desavouieren. Die Aargauer SP-Präsidentin Gabriel Suter sagt derweil, die FDP schwöre seit kurzem auf Wasserstoff-Mobilität. Deshalb wäre es aus ihrer Sicht innovativ gewesen, wenn Burkart auf diese Karte gesetzt hätte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.