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Angst vor Gesundheitsschäden: Wachsender Widerstand gegen 5G

Während die Anbieter das 5G-Netz aufbauen, tritt die Politik auf die Bremse: Das Genfer Parlament fordert ein Moratorium. Andere Kantone könnten folgen.
Maja Briner
Die neue Mobilfunkgeneration 5G soll die Schweiz bald erobern. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Die neue Mobilfunkgeneration 5G soll die Schweiz bald erobern. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Das Wettrennen läuft: Sunrise wirbt damit, bereits 150 Orte mit der neuen Mobilfunkgeneration 5G zu versorgen. Swisscom will bis Ende Jahr 90 Prozent der Schweiz damit abdecken, und Salt will ab Sommer ebenfalls mitmischen. Nun wächst der Widerstand gegen die Technologie. Das Genfer Kantonsparlament überwies am Mittwochabend eine Motion für ein Moratorium: Erst wenn unabhängige wissenschaftliche Studien aufzeigten, dass 5G für den menschlichen Körper nicht schädlich sei, dürfe es zugelassen werden.

Eingereicht hat die Motion Bertrand Buchs, Präsident der Genfer CVP und von Beruf Arzt. Seine Sorge: Dank 5G könnten in Zukunft deutlich mehr Geräte ans Netz angeschlossen sein, etwa auch Kühlschränke oder ­andere Apparate in den Wohnungen. Die gesundheitlichen Auswirkungen seien für ihn unklar, sagt Buchs.

«Ein Signal an den Bund»

Andere Kantone könnten dem Genfer Beispiel folgen: In der Waadt prüft die Regierung die Frage derzeit; in Freiburg und Neuenburg sind Vorstösse aus dem linksgrünen Lager hängig. Und auch auf nationaler Ebene ist das Thema angekommen. SP-Nationalrat Thomas Hardegger, Mitglied der zuständigen Nationalratskommunikation, ist erfreut über den Genfer Entscheid: «Das ist ein Signal an den Bund, dass sich die Bevölkerung sorgt.» Er werde das Gespräch mit Nationalräten aus anderen Fraktionen suchen und sondieren, ob ein Moratorium auf nationaler Ebene Chancen habe, kündigt er an.

Der Zürcher fordert, zunächst den Bericht zu 5G abzuwarten, den eine Arbeitsgruppe derzeit im Auftrag des Bundes ­erstellt. Der Bericht soll im Sommer veröffentlicht werden. «Hektik ist fehl am Platz – auch weil bis jetzt kaum Anwendungen für 5G bereitstehen», sagt Hardegger.

Die Anbieter betonen dagegen, der 5G-Ausbau sei wichtig. Der Datenkonsum wachse stark. Und sie verweisen darauf, dass 5G in einem ersten Schritt in ähnlichen Frequenzen betrieben wird wie 4G oder 3G. «Es handelt sich also um bekannte und nicht um neuartige Signale», erklärt eine Swisscom-Sprecherin. Erst zu einem späteren Zeitpunkt sei geplant, dass 5G auch höhere Frequenzen nutzen werde. Die Konzessionen dafür hat der Bund noch nicht vergeben.

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