Waadtländer SVP empfiehlt Guy Parmelin als Bundesrat

Es dürfe ruhig ein Romand sein, sagt der Waadtländer SVP-Nationalrat Guy Parmelin. Falls ihn die Fraktion will, steht er für eine Bundesratskandidatur bereit.

Denise Lachat
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Guy Parmelin (Bild: ky/Oliver Maire)

Guy Parmelin (Bild: ky/Oliver Maire)

LAUSANNE. Drei Tage ging Guy Parmelin in sich, als ihn die Partei nach dem Tod von SVP-Staatsrat Jean-Claude Mermoud bestürmte, er solle für die Waadtländer Kantonsregierung kandidieren. Dann stand sein Entschluss fest, und er will ihn selbst auf das Risiko hin, dass die SVP ihren Regierungssitz verliert, nicht umstossen: «Bern hat Vorrang, hier will ich politisieren.»

Sich nicht verheizen lassen

Gerne auch im Bundesrat: Gestern nominierte ihn seine Kantonalpartei. Parmelin will aber nur kandidieren, wenn die Fraktion in Bern hinter ihm steht und eine klare Strategie fährt. Anders gesagt: Verheizen lassen will er sich beim Angriff auf Eveline Widmer-Schlumpf nicht. Eigentlich sucht die SVP dafür eine Kandidatur in der Deutschschweiz. Doch Parmelin meint, es stünde der SVP gut an, eines von zwei Mandaten mit einem Romand zu besetzen. Dass er selbst dieser Mann sein könnte, scheint Parmelin zwar noch nicht so recht zu glauben. Jedenfalls streicht er auf die Frage, warum es einen Bundesrat Parmelin brauche, erst einmal die Vorteile seines möglichen Mitbewerbers Jean-François Rime aus Freiburg hervor. Tatsächlich ist Parmelin anders als Rime nicht national bekannt, und er gehört auch nicht dem Wirtschaftsflügel der SVP an. Doch dann besinnt sich Parmelin auf seine Qualitäten und sagt, er verfüge als Mitglied der Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit sowie für Umwelt und Energie über das nötige Fachwissen «für die grössten Baustellen der kommenden Legislatur». Hier brauche es pragmatische Köpfe, die unpopuläre Entscheide vertreten könnten.

Der Gradlinige

Parmelin wird als gradliniger Politiker mit fundierter Dossierkenntnis geschätzt, der zu seinen Überzeugungen steht, auch einmal von der Parteilinie abweicht. So stimmte er 2003 für die Personenfreizügigkeit. Heute aber gehört er wie Rime dem SVP-Initiativkomitee «gegen die Masseneinwanderung» an. Nicht, weil er nun gegen die Personenfreizügigkeit sei, sondern weil die Schweiz der EU «die Zähne zeigen soll».

Der 52-Jährige ist verheiratet und kinderlos. Den Hof in Bursins führt er mit seinem Bruder. Von 1999 bis 2003 präsidierte Parmelin die SVP Waadt. Schlecht habe er es wohl nicht gemacht, da sie ihre Nationalratsmandate auf vier verdoppelte, sagt Parmelin und klingt dabei richtig selbstbewusst: «Das zeigt, dass ich führen kann.»