Waadt: Die SP und die FDP kämpfen um die Vorherrschaft

Die Sozialdemokraten wollen im Waadtland den sechsten Sitz zurück, den sie vor vier Jahren verloren haben. Spannung verspricht zudem das Rennen um die beiden Ständeratssitze.

Tobias Bär
Drucken
Teilen

Der drittgrösste Kanton der Schweiz ist in den vergangenen Jahren besonders stark gewachsen, weshalb er einen zusätzlichen Nationalratssitz erhält. Von den derzeit 18 Sitzen besetzen die SP und die FDP je fünf und die SVP deren vier. Die Sozialdemokraten wollen sich den sechsten Sitz zurückholen. Diesen hatten sie bei den Wahlen vor vier Jahren an die FDP abtreten müssen – ebenso den Titel der wählerstärksten Partei des Kantons.

Die fünf bisherigen SP-Nationalräte treten wieder an. Zudem will Gewerkschaftsbund-Präsident Pierre-Yves Maillard nach seinem Rücktritt aus der Waadtländer Regierung in den Nationalrat zurückkehren, in dem er um die Jahrtausendwende schon einmal während fünf Jahren sass.

Die FDP muss den Sitz von Fathi Derder verteidigen, ins Rennen steigt unter anderem die amtierende Regierungsrätin Jacqueline de Quattro. In den Reihen der SVP verzichtet Alice Glauser-Zufferey auf eine erneute Kandidatur. Intakte Chancen auf einen Sitzgewinn haben die Grünen, die heute zwei Mandate haben.

Um ihren einzigen Sitz kämpfen muss die CVP. Amtsinhaber Claude Béglé sorgte mit seiner Reise nach Nordkorea und seinen Äusserungen zur dortigen Diktatur für Stirnrunzeln. Isabelle Chevalley, die den einzigen Sitz der GLP ausserhalb der Deutschschweiz hält, tritt wieder an.

Spannung verspricht das Rennen um die beiden Waadtländer Ständeratssitze. Der Freisinnige Olivier Français, der vor vier Jahren den Grünen Luc Recordon aus dem Stöckli verdrängt hatte, will wiedergewählt werden. Frei wird hingegen der SP-Sitz: Die bisherige Ständerätin Géraldine Savary zieht sich nach einer Spendenaffäre aus der Politik zurück.

Bei der Kandidatenkür setzte sich Nationalrätin Ada Marra gegen den Chef der SP-Bundeshausfraktion, Roger Nordmann, durch. Für die Grünen will Nationalrätin Adèle Thorens den vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückerobern. Sie hat zumindest Aussenseiterchancen, während die Kandidaturen der SVP und der Grünliberalen nur geringe Erfolgsaussichten haben.