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Kolumne

Feldpost, die RS-Kolumne:
Von Pistolen und
dem Vertrauen durch Disziplin

Bei den noch recht frischen Rekruten wird nun scharf geschossen. Der Respekt einflössende Umgang mit der Waffe ist auch eine wichtige Lektion in Kameradschaft.
Chiara Zgraggen



Mit zittrigen Händen und flacher Atmung stehe ich in einem Glied mit meinen Kameraden. Die von der Kälte geschwollenen Finger nehme ich gar nicht wahr. Viel zu gross ist die Anspannung aufgrund dessen, was gleich geschehen wird. In Gedanken gehe ich noch einmal die sieben Schiesssequenzen durch. Angelangt beim dritten Punkt, werden meine Gedanken durchbrochen.

«Schützen bereit!», erklingt von weither die Stimme des Gruppenführers. Und schon fallen links und rechts die ersten Schüsse. Augenblicklich sucht auch mein Zeigefinger den Weg zum Abzugshebel der Pistole. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Abdrücken. Schon ist er vorbei, der erste Schuss.

«Das war jetzt gar nicht so speziell», schiesst es mir durch den Kopf. Schon seit Tagen wurde uns Vorsicht und vollste Disziplin im Schiessstand eingebläut und dadurch Sicherheit vermittelt. Vielleicht werden Sie sich wundern, wie durch Disziplin Sicherheit entstehen kann.

Nun, stellen Sie sich vor, Sie werden mit 30 Ihnen unbekannten, teils ungeschickten Menschen mit einer scharfen Waffe in einer Linie aufgestellt. Rundherum Personen, die Sie kaum kennen. Nur Disziplin und Ordnung sorgt hier für das Vertrauen, dass nichts passieren kann.

Doch zurück zum Anfang. Bevor mit dem Schiessen begonnen werden konnte, musste die «Pist 75» (kreativer Name – die Pistole wurde im Jahre 1975 eingeführt) in der ersten Woche übergeben werden.

Stunden hatten unsere Wachtmeister damit verbracht, uns die Abfolge der Zeremonie der Waffenübergabe beizubringen. Bis zum Zeitpunkt des ersten Schiessens lernten wir ausgiebig, wie die Waffe funktioniert und wie mit ebendieser umzugehen ist. Bevor aber mit dem Schiessen begonnen werden konnte, mussten mehrere schwere Munitionskisten vom Lager zum Waffenplatz transportiert werden.

Also nahmen einige meiner Kameraden und ich vor Sonnenaufgang den Weg in einen Stollen unter unsere Kampfstiefel. Wir wurden in einen engen, nicht besonders hohen Gang hineingeleitet. Am Ende ebendieses erwartete uns eine dicke Betonwand, hinter welcher ein gewaltig grosser Raum eine angenehm wohlige Stimmung verbreitete. Abgesehen von der abgestandenen Luft genossen wir die plötzliche und selten vorkommende Wärme. Auch wenn der Geruch nach abgestandener Luft nicht gerade mein liebster ist. Übrigens haben einige meiner Kameraden eine der wichtigsten Aufgaben nach Annahme der Waffe noch nicht erledigt: Der Waffe einen Namen geben. Ich habe mich aus einigen Gründen für Gabi entschieden. Dazu vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt mehr. Rekrut Zgraggen meldet sich ab!

Rekrutin und Journalistin Chiara Zgraggen schreibt jeweils für die ZAS eine Kolumne über ihren Alltag in der Rekrutenschule.

Rekrutin und Journalistin Chiara Zgraggen schreibt jeweils für die ZAS eine Kolumne über ihren Alltag in der Rekrutenschule.

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