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Vier von fünf entgingen lebenslänglicher Verwahrung

Justiz Der Callgirl-Mörder Mike A. ist der bislang einzige lebenslänglich Verwahrte der Schweiz. 2008 hatte er in seiner Wohnung in Märstetten TG eine Thailänderin getötet. Das Bezirksgericht Weinfelden verurteilte ihn 2010 zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren und ordnete eine lebenslängliche Verwahrung an. Es war das erste Mal seit Annahme der Verwahrungs-Initiative, dass ein Gericht diese Massnahme anwandte. Zuerst legte der Täter Berufung ein, zog sie später zurück.

Viermal musste sich das Bundesgericht mit einer lebenslänglichen Verwahrung befassen, viermal hob es die Urteile der Vorinstanz auf. Der wegen Mordes verurteilte Claude D. wurde 2012 bedingt entlassen. Am 13. Mai 2013 erdrosselte er die 19-jährige Marie. 2016 verurteilte ihn ein Waadtländer Gericht zu einer ­lebenslänglichen Freiheitsstrafe und Verwahrung. Das Bundes­gericht hob sie auf. Es stützte sich auf die Aussage von einem der zwei Gutachter.

Markus W. vergewaltigte 21 Frauen. Er wurde mehrmals verurteilt. Auf Hafturlaub wurde er rückfällig. Die Basler Gerichte ordneten die lebenslängliche Verwahrung an, die Bundesrichter widersprachen, denn er habe die betäubten Frauen nicht verletzt.

2010 richtete der Ivorer S. eine brasilianische Prostituierte in ihrem Bieler Studio hin. Er würgte sie, brachte sie mit vier Messerstichen in den Hals um und schnitt ihr die Kehle durch. Das Regionalgericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren und lebenslänglicher Verwahrung. Das Bundesgericht hob diese 2014 auf. Ein Gutachter hatte nicht völlig ausgeschlossen, dass der Täter behandelbar sein könnte.

Daniel H. tötete 2009 das 16-jährige Au-pair-Mädchen Lucie. Er gab sich als Model-Scout aus und lockte Lucie für ein Fotoshooting in seine Wohnung. Das Bezirksgericht Baden verurteilte ihn 2012 zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe und einer ­ordentlichen Verwahrung. Das Obergericht verschärfte die Massnahme. 2013 machte das Bundesgericht diesen Entscheid aber rückgängig. Laut den Richtern in Lausanne darf die Massnahme nur angeordnet werden, wenn der Täter auch tatsächlich auf ­Lebenszeit als unbehandelbar ­erachtet wird. (am)

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