Vier Kantone haben häufig mit Geldwäscherei zu tun

BERN. Der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) sind im Jahr 2013 fast drei Milliarden Franken verdächtige Vermögenswerte gemeldet worden. Deutlich zugenommen haben als mutmassliche Vortaten die Fälle von Computerbetrug, insbesondere der Verdacht auf Phishing, wie die MROS gestern Donnerstag mitteilte.

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BERN. Der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) sind im Jahr 2013 fast drei Milliarden Franken verdächtige Vermögenswerte gemeldet worden. Deutlich zugenommen haben als mutmassliche Vortaten die Fälle von Computerbetrug, insbesondere der Verdacht auf Phishing, wie die MROS gestern Donnerstag mitteilte.

Die MROS erhielt im vergangenen Jahr 1411 Verdachtsmeldungen von Finanzintermediären. Das sind 174 Meldungen weniger als im Vorjahr, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht.

Die gemeldeten verdächtigen Vermögenswerte von 2,98 Milliarden Franken entsprachen einem Rückgang um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt 30 Verdachtsmeldungen betrafen jeweils eine Summe von über zehn Millionen Franken. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einer Verdreifachung.

Vor allem Banken melden sich

Rund 84 Prozent der eingegangenen Meldungen kamen gemäss der Statistik von Finanzintermediären aus vier Kantonen mit ausgeprägtem Finanzdienstleistungssektor; nämlich aus Zürich, Genf, Bern und dem Tessin. Vier von fünf Meldungen stammten von Banken. Insgesamt leitete die MROS 79 Prozent der Meldungen an die Strafverfolgungsbehörden weiter. Dies entspricht einem Rückgang von rund sechs Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Sechs Meldungen hatten gemäss dem Bericht zusammen einen Umfang von nahezu 1,5 Milliarden Franken, also rund der Hälfte der gesamten Summe. Bei einigen dieser sechs Meldungen habe der Verdacht auf Bestechung bestanden, bei anderen der Verdacht auf Betrug durch Verwendung eines Schneeballsystems. Bei allen diesen Geldwäschereifällen seien die Vortaten im Ausland begangen worden.

Bestechung nimmt zu

Bei 26 Prozent der Fälle war die vermutete Vortat Betrug, wie die MROS weiter schreibt. Neu steuere die Vortat Bestechung mit zwölf Prozent den zweithöchsten Anteil an die Meldungen bei. Der Anteil an Verdachtsmeldungen der Vortatkategorie Kriminelle Organisation sei um einen Prozentpunkt auf sieben Prozent angestiegen. Die Anzahl der Meldungen mit vermutetem betrügerischem Missbrauch einer EDV-Anlage als Vortat habe sich mehr als verdreifacht und betrage nun neun Prozent.

Stark rückläufig waren im Berichtsjahr die Meldungen wegen Verdachts auf Menschenhandel und Sexualdelikte. Überhaupt keine Meldung erfolgte beim Verdacht auf Waffenhandel. Mit Ausnahme von 2005 habe es solche Meldungen bisher in jedem Jahr gegeben. (sda)

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