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VERKEHR: Ist der Swisspass eine Virenschleuder?

Dank eines neuen Kontrollgeräts könnte das Zugpersonal die Kontrolle des Swisspasses auch vornehmen, ohne dass die Fahrgäste ihr Billett aus der Hand geben müssen. In der Praxis wird das Ganze noch unterschiedlich gehandhabt.
Carlo Schuler
Eine SBB Mitarbeiterin kontrolliert den Swisspass. (Bild: Keystone)

Eine SBB Mitarbeiterin kontrolliert den Swisspass. (Bild: Keystone)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: <strong style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;"><em style="margin: 0px; padding: 0px; vertical-align: baseline; border: none; outline: 0px; background: transparent;">www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Die einen machen es so. Die andern anders. Die Rede ist von den Zugbegleitern und ihrem Umgang mit dem Swisspass. Die einen wünschen ausdrücklich, dass die Fahrgäste ihnen den Swiss­pass übergeben. Die andern nehmen es lockerer und halten das rote Lesegerät hin: Schwups, und schon ist die Kontrolle erledigt. Die zweite Variante dürfte denn auch klar schneller sein.

Die SBB haben im Spätsommer letzten Jahres neue Lesegeräte angeschafft, mit denen diese vereinfachte Form der Kontrolle viel einfacher möglich ist als mit dem Vorgängermodell. Warum aber die unterschiedlichen Kontrollmethoden? SBB-Sprecher Christian Ginsig verweist auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum Swisspass. Dort sei festgehalten, dass der Swisspass dem Kontrollpersonal auszuhändigen sei. Sabrina Tessmer, Vizepräsidentin im Zugpersonalverband (ZPV), betont, dass das Zugpersonal gemäss offizieller Regelung den Swisspass in die Hand nehmen müsse, um ihn einwandfrei auf die Echtheit kontrollieren zu können. Nur so könnten Missbräuche oder Fälschungen vermieden werden.

Es geht auch um Kundenfreundlichkeit

Auf die Frage, ob die SBB ihrem Zugpersonal nicht doch die kleine Freiheit zugestehen könnten, selber zu entscheiden, wie die Kontrolle vorgenommen wird, antwortet SBB-Sprecher Ginsig, dass die Mitarbeiter die Kontrolle selbstständig handhaben können. Dabei müssten sie aber sicherstellen, dass der Swisspass wirklich ausgelesen wird.

Wobei: Ein S-Bahn-Kontrolleur wies auch schon mal darauf hin, er hätte die Anweisung erhalten, dass der Swisspass ausgehändigt werden müsse. Ein befragter Zugbegleiter in einem Interregio hingegen kann mit solchen Bedingungen wenig anfangen. Er hält das Gerät den Kunden jeweils hin. Er findet, er könne die Kontrolle auf diese Art ebenfalls gut vornehmen. Den im Swisspass integrierten Chip könne er ja auch so überprüfen. Und es gehe auch um Kundenfreundlichkeit. Er wolle den Kunden jedenfalls nicht mit Misstrauen begegnen. In der Tat: Früher, also vor Einführung des Swisspasses 2015, zeigten die Kunden ihr GA auch, ohne es aus der Hand zu geben.

«Über Ansteckungen lässt sich nur spekulieren»

So oder so: Für die Passagiere ist das «Selbsteinlesen» sicher die einfachere und kundenfreundlichere Variante. Auf jeden Fall ist diese Methode mit Bestimmtheit auch hygienischer. Zudem: Es ist Grippezeit. Könnte man mit dem «Nicht aus der Hand geben» gar ein allfälliges Übertragungsrisiko reduzieren? Man habe diese Thematik angeschaut, meint SBB-Sprecher Christian Ginsig dazu. Dabei sei man zum Schluss gekommen, dass die Swisspass-Karte im Alltag nicht stärker mit Bakterien und Viren belastet sei als andere handelsübliche Gegenstände. Ginsig erwähnt in diesem Zusammenhang Dinge wie Türklinken, Haltegriffe, Armlehnen, Geldscheine, Münzen oder Kreditkarten.

Das Bundesamt für Gesundheit allerdings hat vor einigen Jahren durch das Nationale Referenzlabor für Influenza in Genf untersuchen lassen, wie gut Grippeviren auf Banknoten und Händen überleben. Diese Studien zeigten, dass die Viren recht lange haften bleiben. Deshalb empfiehlt das BAG speziell auch während einer Grippewelle auf Hygienemassnahmen zu achten. «Über die tatsächlich stattfindenden Übertragungen wie den Swiss­pass lässt sich aber nur spekulieren», meint BAG-Sprecher Adrian Kay. Marco Rossi, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene am Luzerner Kantonsspital, bestätigt, dass Viren und Bakterien direkt zwischen Menschen übertragen werden können. Dies könne durch direkte Kontakte, durch Husten und Niesen oder auch durch das Berühren von kontaminierten Gegenständen geschehen. Im letztgenannten Fall müssten die Viren den Weg von einem Gegenstand zur Atmungsschleimhaut eines Menschen finden. Gemäss Rossi wäre eine solche Ansteckung theoretisch möglich und ein kontaktloses Zahlungsmittel entsprechend grundsätzlich überlegen. Praktisch spiele dieser Ansteckungsweg aber kaum eine grosse Rolle. Viel wichtiger sei es, sich an die Hustenetikette zu halten. Sprich Nastücher benutzen und danach die Hände waschen.

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