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VERKEHR: Chinesen investieren in Gütermetro

Die Cargo-U-Bahn nimmt die erste Hürde: Investoren haben 100 Millionen Franken zugesichert. Auch eine chinesische Firma ist dabei. Politiker stört das nicht – sie setzen anderswo ein Fragezeichen.
Maja Briner
Um Strasse und Schiene zu entlasten, soll ein Teil des Güterverkehrs unter der Erde transportiert werden. (Bild: PD)

Um Strasse und Schiene zu entlasten, soll ein Teil des Güterverkehrs unter der Erde transportiert werden. (Bild: PD)

Maja Briner

Pakete und Güter sollen unterirdisch quer durch die Schweiz transportiert werden: Das ist die Idee von "Cargo Sous Terrain", einem 33-Milliarden-Franken- Projekt. Nun haben die Verantwortlichen ein erstes Etappenziel erreicht: Sie haben von Firmen 100 Millionen Franken zugesagt erhalten. Das soll ausreichen, um die erste Teilstrecke von Härkingen-Niederbipp nach Zürich zu planen und die Baubewilligungen einzuholen.

Unter den Investoren ist auch eine chinesische Firma. "Das Projekt ist nicht nur revolutionär für die Schweiz, sondern auch für den Rest der Welt", sagte Jianzhong Guan, Chef der Dagong Global Investment Holding, gestern in Bern. Wie viel Geld die Firma einschiessen wird, wollen die Verantwortlichen erst später bekanntgeben. Klar ist indes, dass die Mehrheit des Geldes von Schweizer Firmen eingebracht wird – unter anderen von Coop, Migros, Post, Swisscom, Credit Suisse und der Zürcher Kantonalbank. Als zweite ausländische Firma beteiligt sich der französische Infrastrukturinvestor Meridiam. Die internationalen Investoren seien eine gute Ergänzung, sagte Daniel Wiener von der Cargo Sous Terrain AG (CST).

Swisscom und Post im Visier

Mit der U-Bahn soll ab 2030 ein Teil des stetig steigenden Güterverkehrs in den Boden verschoben werden. Verkehrspolitiker begrüssen das Projekt. «Tatsache ist, dass es auf der Schiene Engpässe gibt», sagt die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Präsidentin der Verkehrskommission. Daher sei es wichtig, dass die Kapazitäten erhöht würden. Auch Thierry Burkart, Aargauer FDP-Nationalrat und TCS-Vizepräsident, spricht von einem "interessanten Projekt", das im überregionalen Verkehr Schiene und Strasse entlasten könnte. Vor zu viel Euphorie warnt er jedoch: "Es wird noch viele Hürden geben."

Dass eine chinesische Firma unter den Investoren ist, stört die Politiker nicht. "Wenn eine ausländische, private Firma Wissen einbringt, das die anderen Investoren nicht haben, kann das positiv sein", sagt SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi. Ein Fragezeichen setzt er vielmehr bei zwei Schweizer Firmen: Swisscom und Post. Dass sich diese zwei Betriebe, die halb oder ganz dem Staat gehören, als Investoren beteiligen, hält er für fragwürdig. "Das ist nicht Teil ihres Auftrags", sagt der Zuger. Auch SP-Nationalrätin Graf-Litscher sagt, die Rolle von Post und Swisscom müsse man genauer anschauen. "Es darf nicht sein, dass sie zu grosse Risiken eingehen und dies zu­­lasten des Service public geht."

In den betroffenen Kantonen stiess das Projekt zunächst auf Skepsis – vor allem wegen der oberirdischen Umschlagzentren, den "Hubs". Inzwischen haben die Initianten jedoch die Auswirkungen untersucht und aufgezeigt, dass diese Zentren insgesamt nicht zu mehr Verkehr führen. Beim Baudepartement des Kantons Solothurn, wo die erste Teilstrecke durchführt, haben sich frühere Befürchtungen daher gelegt. "Die CST hat uns zudem zugesichert, dass sie die Hubs nicht auf der grünen Wiese bauen wollen", sagt Departementssekretär Bernardo Albisetti. Stattdessen sollen bereits bestehende Anlagen – etwa von Logistikfirmen – genutzt werden.

Bis Tunnel gebohrt werden können, dauert es noch mehrere Jahre. Zunächst muss der Bundesrat grünes Licht geben und ein spezielles Gesetz ausarbeiten. Dieses muss danach durchs Parlament. Der Chef der chinesischen Firma liess gestern durchblicken, dass er mehr Tempo gewohnt ist. Das Projekt könnte auch eine Lösung für Chinas Stauprobleme sein, sagte er. Und: "Vielleicht kann es China schneller umsetzen als die Schweiz."

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