Verbaler Angriff auf Richter

BELLINZONA. Der Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri soll sich vor dem Eidgenössischen Parlament für einen Artikel entschuldigen, in dem er Schweizer Richter aufs schärfste beschimpft hat.

Gerhard Lob
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BELLINZONA. Der Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri soll sich vor dem Eidgenössischen Parlament für einen Artikel entschuldigen, in dem er Schweizer Richter aufs schärfste beschimpft hat. Dies fordert der ehemalige Tessiner Staatsanwalt und emeritierte Wirtschaftsrecht-Professor Paolo Bernasconi. Er nimmt Bezug auf einen am Sonntag im «Mattino della domenica» erschienenen Artikel, in dem die vergangene Woche ausgesprochene Strafe von 18 Monaten bedingt für einen Jihadisten, der in Zürich-Kloten an der Ausreise in die Türkei gehindert wurde, scharf kritisiert wird. «Den Richter, der dieses Witzurteil gesprochen hat, sollte man zusammen mit dem Verurteilen ins Gefängnis stecken», heisst es in der Lega-Zeitung, die Quadri als Chefredaktor verantwortet. Für Bernasconi handelt es sich um eine Aufwiegelung gegen die Justiz, die geahndet werden müsse und nicht mit dem Schwur eines Nationalrats auf die Verfassung vereinbar sei. Er will in diesem Sinne eine Petition ans Parlament richten. Quadri gehört der SVP-Fraktion an.