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Vera Weber gegen das Riesenaquarium

In wenigen Tagen stimmt das Basler Parlament über das geplante Ozeanium ab. Die Tochter des Umweltaktivisten Franz Weber bekämpft das Prestigeprojekt.
Gabriela Jordan
Vera Weber von der Fondation Franz Weber, spricht bei der Lancierung der Eidgenössischen Initiative "Keine Massentierhaltung in der Schweiz" zu den Medien.(Peter Schneider/Keystone; 12. Juni 2018)

Vera Weber von der Fondation Franz Weber, spricht bei der Lancierung der Eidgenössischen Initiative "Keine Massentierhaltung in der Schweiz" zu den Medien.(Peter Schneider/Keystone; 12. Juni 2018)

«Nicht zeitgemäss», «schädlich für die Weltmeere» und «ein unglaublicher Energiefresser». Es sind deutliche Worte, die Vera Weber für das vom Basler Zoo geplante Ozeanium findet. Die Präsidentin der Fondation Franz Weber und Tochter des gleichnamigen Gründers, die sich sonst primär für den Schutz von Elefanten einsetzt, kämpft aktuell gegen das 100-Millionen-Projekt in Basel, das bis 2024 fertig gebaut sein soll. In wenigen Tagen dürfte es aller Gegenkampagnen zum Trotz eine wichtige Hürde nehmen: Am Mittwoch befindet der Grosse Rat von Basel-Stadt über die Zonenänderung und den Bebauungsplan. Seit längerem zeichnet sich dafür eine klare Zustimmung ab. Pünktlich dazu hat der Basler Zoo gestern über die Entwicklung der Spendengelder informiert: Von den 100 Millionen Franken sind bereits 57 Millionen beisammen.

«Wir sind uns bewusst, dass wir gegen einen übermächtigen Gegner ankämpfen», sagt Vera Weber. «Der Basler Zoo ist eine starke Institution, die viele Gönner und Unterstützer hat.» Aus diesem Grund steht sie mit ihrer Stiftung schon jetzt in den Startlöchern, um Unterschriften für ein Referendum zu sammeln. Die Bevölkerung, so ihre Hoffnung, könnte das Projekt bachab schicken. Obwohl der «Zolli» zu den Sympathieträgern in Basel zähle und wirtschaftliche Interessen eine hohe Bedeutung geniessen würden, sehe die Gesellschaft solche Riesenprojekte zusehends kritisch. «Für eine innovative Stadt wie Basel ist ein Grossaquarium völlig veraltet», kritisiert Weber und führt nebst dem Tierleid auch die weltweit sinkenden Besucherzahlen in Aquarien als Argument auf.

Aus dem Schatten des Vaters

So kompromisslos die Umweltschützerin in der Sache ist, so sanft ist sie im Ton. Der Westschweizerin wird nachgesagt, diplomatischer vorzugehen als damals ihr Vater Franz. Der Umweltaktivist, der berühmt wurde für seine Kampagne mit Brigitte Bardot für Robbenbabys, führte seine Stiftung patriarchalisch und zuweilen auch sehr lautstark. Seine Tochter hingegen setzt auf Dialog und ist dank ihrer herzlichen Art eine gewiefte Netzwerkerin. Doch genau solche Vergleiche sind Vera Weber zuwider. In den letzten Jahren hat sie sich darum bemüht, aus dem Schatten ihres Vaters hervorzutreten und die Fondation zu modernisieren, die sie 2014 von ihm übernommen hat. «Ich glaube, dass es einen Wandel gibt», sagt sie. «Wie meine Eltern engagiere ich mich mit meinem Team mit Herzblut für Tiere und Natur – aber mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts.»

Vielen ist Vera Weber im Zusammenhang mit der Zweitwohnungs-Initiative von 2012 ein Begriff. Sie war damals das Gesicht der Vorlage. Tiere bedeuten ihr aber fast mehr als der Schutz der Landschaft. Neben ihrem Kampf gegen das Ozeanium sammelt sie Unterschriften für die Massentierhaltungs-Initiative. Zudem wirkt sie bei der Hornkuh-Initiative mit, die am 25. November zur Abstimmung steht. Vera Weber lebt in Bern, wo sie sich gerne auch Zeit fürs Kochen nimmt – selbstverständlich vegetarisch.

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