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Velo-Unfälle im Kreisel: Jetzt ist der Bundesrat gefragt

Jedes Jahr verunfallen rund 50  Velofahrer schwer in einem Kreisel. Der Luzerner Nationalrat Michael Töngi bringt jetzt ein Tempolimit ins Spiel.
Kari Kälin
Der Grünen-Nationalrat Michael Töngi mit seinem Velo beim Friedhofskreisel in Kriens. (Bild: Dominik Wunderli, 30. März 2019)

Der Grünen-Nationalrat Michael Töngi mit seinem Velo beim Friedhofskreisel in Kriens. (Bild: Dominik Wunderli, 30. März 2019)

In Kreiseln herrscht für Velofahrer eine erhöhte Alarmstufe. Von 2013 bis 2017 passierten in der Schweiz im Durchschnitt 52 schwere Velounfälle pro Jahr, einer jeweils mit Todesfolge. Dies zeigt eine Auswertung, welche die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) auf Anfrage unserer Zeitung vorgenommen hat.

«Kreisel gehören für die Velofahrer zu den gefährlichsten Stellen im Strassenverkehr», sagt denn auch BFU-Sprecher Marc Kipfer. Knapp 90 Prozent der Unfälle waren Zusammenstösse. In wiederum 90 Prozent davon waren die Auto- oder Lastwagenfahrer die alleinigen Unfallver­ursacher. Die zwei typischen Unfallmuster lauten:

Der Velofahrer ist im Kreisel unterwegs, der einbiegende Autofahrer übersieht ihn, weil er ungenügend nach links schaut.

Der Velofahrer will bis zur nächsten Ausfahrt im Kreisel bleiben, wird dann von einem Auto angefahren, das rechts abbiegt und den Kreisel verlässt.

Die Kreiselproblematik wird jetzt ein Fall für die Bundespolitik. In der abgelaufenen Session hat Nationalrat Michael Töngi (Grüne, Luzern) eine Interpellation eingereicht. Darin fragt er den Bundesrat, ob er Massnahmen ins Auge fasse, um die Zahl der Velounfälle in Kreiseln zu senken. Töngi will zudem wissen, ob ein Überholverbot im Kreisel und ein Tempo­limit, zum Beispiel 20 km/h, die Sicherheit erhöhen würden. Eine zu hohe Durchfahrgeschwindigkeit sei eine häufige Unfallursache, gibt Töngi zu bedenken. Die aktuelle gültige Verkehrsregelverordnung besagt lediglich, dass die Lenker die Geschwindigkeit vor der Einfahrt in den Kreisel «mässigen» müssen. Problematisch sind vor allem jene Kreisel, in welche Autofahrer quasi gerade hineinfahren können, die durch ihre Streckenführung den Verkehr nicht natürlich abbremsen.

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und Pro Velo Schweiz haben 2018 eine Kampagne gestartet. Sie weisen darauf hin, dass es Velofahrern explizit gestattet ist, im Kreisel die Fahrbahnmitte zu benutzen. «Autofahrer übersehen das Velo in der Mitte weniger, und auch das Überholen eines Velos im Kreisel wird dadurch erschwert», sagt Michael Rytz, Projektleiter Verkehrssicherheit beim VCS. Auch die BFU sensibilisiert die Velofahrer für diese Massnahme, «gerade auch um zu verhindern, dass ein Velofahrer von einem Auto, das rechts abbiegt und aus dem Kreisel herausfährt, ‹abgeschossen› wird», wie Sprecher Kipfer sagt. Die BFU berät die Behörden sodann beim Bau der Kreisel. Kipfer weist zum Beispiel darauf hin, dass grosse Kunstwerke und Bepflanzungen in der Mitte Sinn machen: «Der Durchblick auf die andere Seite ist dem Autofahrer verstellt. Dadurch schaut er zuverlässiger nach links, ob andere Verkehrsteilnehmer kommen.»

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