US-WAHL: "Das Ergebnis erstaunt mich nicht wirklich"

Er habe stets mit der Möglichkeit eines Sieges von Donald Trump gerechnet, sagt Roland Rino Büchel (SVP/SG), Präsident der aussenpolitischen Kommission des Nationalrates. Seine Begründung: Nicht alle, die Trump wählen wollten, seien öffentlich und in den Umfragen auch dazu gestanden.

Richard Clavadetscher
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Roland Rino Büchel, Präsident der aussenpolitischen Kommission des Nationalrates. (Bild: Coralie Wenger/Archiv)

Roland Rino Büchel, Präsident der aussenpolitischen Kommission des Nationalrates. (Bild: Coralie Wenger/Archiv)

Roland Rino Büchel, sind Sie vom Ergebnis überrascht?
Nicht wirklich. In den Umfragen lagen die beiden Kandidaten ja nicht weit auseinander. Wenn wir nun davon ausgehen, dass wohl etliche Leute fanden, sie dürften öffentlich nicht sagen, dass sie Donald Trump wählen, dann muss uns dieses Ergebnis nicht erstaunen.

Trump gilt als unberechenbar. Haben wir nun Grund zur Sorge?
Ja, er ist unberechenbar – wobei ich heute an den Spruch denke, wonach Hunde, die bellen, nicht beissen. Ich meine, es kommt wohl nicht so arg, wie viele befürchten.

Wie man hört hat das Aussendepartement schon seit Mai Kontakte zu den beiden Wahlkampf-Teams. Hat die APK davon profitieren können?
Wir haben zwar steten Kontakt mit dem Aussendepartement. Vieles, was dort bezüglich Amerika gelaufen ist, fand indes auf administrativer Ebene statt.

Wie stark war der amerikanische Wahlkampf denn in der von Ihnen präsidierten APK Thema?
Er war stark präsent in Diskussionen, vor allem auch in privaten Diskussionen. In den zu behandelnden Geschäften war das weniger der Fall.

Die USA sind ein wichtiges Land - auch für die Schweiz. Trägt dem die APK ausreichend Rechnung in Ihrer Arbeit etwa mit Kontakten nach Amerika?
Auf jeden Fall. Ich persönlich etwa habe gute Kontakte nach Amerika und auch mit Botschafterin LeVine. Aber auch andere APK-Mitglieder haben solche Kontakte.

Wenn nun Donald Trump Präsident wird, erwarten Sie im Verhältnis Schweiz-USA Änderungen?
Es gibt sehr wahrscheinlich schon Änderungen. Aber bedenken wir, dass in den vergangenen acht Jahren unter dem demokratischen Präsident Obama für die Schweiz auch nicht alles wunderbar war. Ich teile also nicht alle Befürchtungen, die im Vorfeld der Wahl im Falle eines Präsidenten Trump geäussert worden sind.

Immerhin ist Trump ja ein Protektionist. Einer Exportnation ohne nennenswerten Heimmarkt wie der Schweiz muss das doch Sorgen machen.
Im Handel mit den USA verzeichnet die Schweiz tatsächlich einen beträchtlichen Exportüberschuss. Das ist also ein Thema. Gleichwohl denke ich, die markanten Sprüche Trumps im Wahlkampf in diesem Bereich wird er nicht eins zu eins umsetzen. Er wird nicht um eine Gesamtbetrachtung herum kommen, er wird zudem nicht darum herum kommen, auf Ratschläge zu hören. Deshalb mache ich mir deswegen heute nicht allzu grosse Sorgen.

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