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Umstrittene Idee: Soll bei Junglenkern nur ein Mitfahrer erlaubt sein?

Eine Analyse zeigt, dass junge männliche Autofahrer mit jungen männlichen Mitfahrern häufiger verunfallen. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung schlägt verschiedene Massnahmen vor, um das Risiko zu senken. Eine davon umfasst die Vorschrift, nur eine gewisse Anzahl Mitfahrer transportieren zu dürfen.
Mark Walther

Junge Autofahrer fahren riskanter, wenn junge Passagiere im Wagen sitzen. Bei dieser rein männlichen Konstellation ist das Unfallrisiko erhöht, schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) in einer Analyse. Pro Jahr sterben laut BfU in der Schweiz vier Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren als Passagiere eines Neulenkers. 40 würden bei der «problematischen» Zusammensetzung schwer verletzt.

Ein Grund für das erhöhte Risiko sei die Anstachelung zum riskanten Fahren. BfU-Sprecher Nicolas Kessler schildert gegenüber «20 Minuten» ein Beispiel: «Man kann sich das so vorstellen: Vier Jungs fahren mit dem Auto in den Club. Vor einer Kurve fordert einer den Fahrer heraus: ‹Die Kurve schaffst du nie mit 70 Stundenkilometern!› Der Fahrer lässt das nicht auf sich sitzen, fährt schnell und riskiert so einen Unfall.» Andere Konstellationen hätten hingegen eine positive Wirkung: etwa, wenn ein junger Mann ältere oder weibliche Passagiere mitführt. Dann fahre Mann tendenziell vorsichtiger.

EU ist dran, USA kennt Verbot

Um das Risiko zu minimieren, sind für die BfU diverse Massnahmen denkbar. Am umstrittensten dürfte das gesetzliche Limit sein, wonach Fahrerinnen und Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren nur noch einen jungen Passagier transportieren dürfen sollen. In der Analyse steht: «Auf gesetzlicher Ebene wären Passagierrestriktionen denkbar, so wie es die Europäische Kommission zur Senkung des Unfallrisikos für junge Fahrer vorschlägt.»

Weiter als die EU sind die USA: In weiten Teilen des Landes dürfen Neulenker nur in Begleitung eines Erwachsenen mehr als einen jungen Beifahrer chauffieren. Allerdings gilt das an den meisten Orten nur für Fahrer bis 18 Jahre.

Die BfU zweifelt aber schon in der Analyse daran, dass das Passagier-Limit politisch durchsetzbar und gesellschaftlich akzeptiert wäre. Deshalb favorisiert man erzieherische Massnahmen. Fahrlehrer sollen ihre Schüler auf das Risiko ansprechen oder das Thema im Lehrplan Platz finden.

«Nicht alles verbieten»

Der Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner bevorzugt die Prävention. Er will die Eigenverantwortung der Fahrer stärken. Von einer Begrenzung hält er nichts, wie er zu «20 Minuten» sagt: «Man kann den jungen Leuten doch nicht alles verbieten.» Er stellt auch die Praxistauglichkeit infrage: «Was, wenn ein Junglenker seine verletzten Kollegen möglichst schnell ins Spital bringen will und sich dann strafbar macht?»

Michael Töngi, Luzerner Grünen-Nationalrat, findet den Vorschlag zumindest prüfenswert. Er hat allerdings Zweifel umweltpolitischer Art. Es sei grundsätzlich sinnvoll, wenn mehrere Personen ein Auto zusammen benutzten.

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