UMSTELLUNG: SBB drohen Verspätungen

Bei der Einführung des neuen Zugsicherungssystems kann es zu jahrelangen Verzögerungen kommen. Die SBB rechnen mit Milliardenkosten, die auf Bund und Bahnen zukommen.

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Dies geht aus dem «Schlussbericht – Migrationsplanung ETCS Level 2» hervor, den die SBB auf Verlangen des Bundesamtes für Verkehr (BAV) erarbeitet haben. Der Bericht wurde dem BAV Ende 2016 übergeben, wie die «Schweizer Eisenbahn-Revue» berichtete. Die SBB haben dem BAV zwei Varianten zur Umrüstung des Bahnnetzes auf ETCS 2 vorgelegt. Variante eins geschehe «im Rahmen des Substanzerhaltes der Sicherungsanlagen und der Ausbauten», heisst es im Bericht. In diesem Fall müssten jeweils die Sicherungsanlagen eines Bereichs ersetzt werden. Dadurch würde aber ein «Flickenteppich» entstehen mit alten und neuen Zugsicherungsanlagen, schreiben die SBB. Ein solcher sei «betrieblich schwierig zu führen», gerade für die Lokführer. Zudem würde es bis 2060 dauern, bis ETCS auf allen Strecken des Schweizer Schienennetzes eingebaut sei. Beginn des Umbaus wäre 2021. Die Kosten schätzen die SBB auf 9,5 Milliarden Franken.

Die zweite Variante existiert zum Teil erst auf dem Papier. «Die Machbarkeit der Migrationsvariante zwei (neue Stellwerkstopologie) wird bis Ende 2019 geprüft», heisst es im Schlussbericht. Und später: «Der 2011 erwartete Nutzen von ETCS Level 2 bezüglich Kapazität, Sicherheit und Kosten kann heute nicht bestätigt werden.» Die SBB würden dennoch Variante zwei bevorzugen, denn diese wäre auf lange Sicht günstiger und könnte rascher realisiert werden. Baubeginn wäre 2024 oder 2025. Innerhalb von 13 Jahren könnte das Schienennetz durchgehend mit ETCS L2 ausgerüstet sein. Die SBB rechnen mit Kosten von 6,5 Milliarden Franken.

Die SBB schrieben auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, ETCS sei keine Sackgasse. «Ziel bleibt es, ab 2025 ETCS netzweit und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten flächendeckend umzusetzen.» Dazu haben die SBB auch ein Projekt gestartet. «Die Grundlagen dazu werden derzeit erarbeitet, damit wir 2019 einen fundierten Variantenentscheid fällen können», hiess es in der Stellungnahme weiter. (sda)

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