Typischer Kompromiss

Herr Kölliker, Ihre Partei warnt, das neue Hochschulgesetz gefährde die Autonomie der Kantone. Fürchten Sie für St. Gallen? Nein, für St. Gallen ändert sich auch mit einer neuen Führungsstruktur wenig. Er ist als Hochschulkanton ohnehin in den entscheidenden Gremien vertreten.

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Stefan Kölliker St. Galler Bildungsdirektor (SVP)

Stefan Kölliker St. Galler Bildungsdirektor (SVP)

Herr Kölliker, Ihre Partei warnt, das neue Hochschulgesetz gefährde die Autonomie der Kantone. Fürchten Sie für St. Gallen?

Nein, für St. Gallen ändert sich auch mit einer neuen Führungsstruktur wenig. Er ist als Hochschulkanton ohnehin in den entscheidenden Gremien vertreten.

Ihre Kollegen in Zürich und Basel machen sich aber Sorgen.

Ich verstehe die Bedenken in Kantonen mit Universitäten, die alle, und vor allem sehr teure, Studiengänge anbieten. St. Gallens spezialisierte Uni muss nicht befürchten, dass man ihr ins Portfolio dreinredet.

Kritisiert wird auch, dass alle Kantone mitreden.

Das ist zu akzeptieren, denn im Rahmen der interkantonalen Vereinbarungen zahlen alle Kantone für ihre Studenten den Universitätskantonen einen Beitrag.

Akzeptieren Sie auch das faktische Vetorecht des Bundesrats?

Das ist mir tatsächlich ein Dorn im Auge, das ist unglücklich.

Insgesamt bejahen Sie das Gesetz?

Dass der Bund die Zulassung zu den Pädagogischen Hochschulen regeln will, gefällt mir nicht. Positiv ist, dass die Fachhochschulen mit den Universitäten gleichgestellt werden. Das Gesetz ist ein typisch helvetischer Kompromiss. (dla)

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