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TV-Doku: Leuenberger und Graf-Litscher erklären den Deutschen das Geheimnis der Schweizer Bahn

Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger und Verkehrspolitikerin Edith Graf-Litscher kommen zur Hauptsendezeit zu einem prominenten Auftritt beim Südwestrundfunk. Der deutsche Fernsehsender huldigt in einem Dokumentarfilm der Schweizer Eisenbahn.
Roger Braun
Edith Graf-Litscher und Moritz Leuenberger bei den Dreharbeiten am Zürcher Hauptbahnhof. (Bild: Claudio Thoma)

Edith Graf-Litscher und Moritz Leuenberger bei den Dreharbeiten am Zürcher Hauptbahnhof. (Bild: Claudio Thoma)

Warum kann es die Schweiz besser? Unter diesem Titel hat der deutsche Südwestrundfunk am Mittwochabend zu bester Sendezeit einen 45-minütigen Dokumentarfilm über das mangelhafte deutsche Bahnsystem gesendet. Als Vorbild gepriesen wird die Schweiz: Sie habe den öffentlichen Verkehr beispielhaft geregelt.

Besonders angetan hat es den Deutschen der Schweizer Taktfahrplan. Vorhang auf für die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher: Die Präsidentin der Verkehrskommission kommt mit dem Bus am Bahnhof Frauenfeld an und steigt direkt in den Zug nach Zürich ein.

Ein Hoch auf die kurzen Umsteigezeiten

Tief beeindruckt kommentiert die Stimme aus dem Off. «Beide Systeme sind aufeinander abgestimmt. Ob in die Hauptstadt Bern, nach Basel oder nach Genf: Sie braucht keinen Fahrplan.»

Zu animierter Hintergrundmusik nimmt Graf-Litscher Platz in der ersten Klasse – natürlich gibt es genügend Platz – und klappt entspannt ihren Laptop auf. Zufrieden sagt sie:

«Bei uns in der Schweiz ist jede grosse Ortschaft ein Knotenbahnhof. Das bedeutet: Die Busse und Regionalbahnen kommen zu einem bestimmten Zeitpunkt an, und dann haben alle Leute die Möglichkeit, in unterschiedliche Richtungen weiterzufahren.»

Edith Graf-Litscher erläutert dem SWR die Vorzüge des Schweizer Bahnverkehrs. (Bild: Claudio Thoma)

Edith Graf-Litscher erläutert dem SWR die Vorzüge des Schweizer Bahnverkehrs. (Bild: Claudio Thoma)

Am Bahnhof Zürich erklärt Graf-Litscher dem Südwestrundfunk die Idee des Taktfahrplans: Einfahrt kurz vor der halben und ganzen Stunde; Abfahrt kurz nach der halben und ganzen Stunde. Nach St. Gallen: 16.02 Uhr; nach Genf: 16.03 Uhr; nach Basel: 16.08 Uhr. «Innerhalb weniger Minuten können Sie in alle Himmelsrichtungen losfahren», sagt Graf-Litscher.

Der Sprecher im Off bemerkt derweil voller Anerkennung:

«Selbst der Schiffsverkehr ist mit den Fahrzeiten der Züge vertaktet. »

Womit das zusammenhängt, beleuchtet der Film ebenfalls: an dem vielen Geld, das in der Schweiz in den Bahnverkehr fliesst. Demnach steckt der deutsche Staat 77 Euro pro Kopf in den Schienenverkehr, in der Schweiz sind es 365 Euro.

Leuenberger weiterhin enttäuscht über Deutschland

Der Streiterei um den Stuttgarter Hauptbahnhof stellt die Doku die hiesigen Verhältnisse gegenüber. Ein solcher Konflikt sei undenkbar in der Schweiz, sagt der Sprecher. «In unserem Nachbarland will jede Partei die Bahn voranbringen.»

Bei landschaftlichen Bildern aus dem Urnerland – Schweiz Tourismus hätte sie nicht besser auswählen können – kommt die Sendung auf den Bau des Gotthard-Basistunnels zu sprechen. Der Tenor: Während die Schweiz den Güterverkehr auf der Schiene entschlossen fördere, herrsche in Deutschland Stillstand.

Moritz Leuenberger äussert sich über seine Zeit als Verkehrsminister der Schweiz. (Bild: Claudio Thoma)

Moritz Leuenberger äussert sich über seine Zeit als Verkehrsminister der Schweiz. (Bild: Claudio Thoma)

Der ehemalige Verkehrsminister Moritz Leuenberger erinnert sich am Zürcher Hauptbahnhof an die damalige Vereinbarung mit Deutschland zum gemeinsamen Ausbau der Bahninfrastruktur. Übergeordnetes Ziel sei es gewesen, die Güter von Rotterdam im Norden bis nach Genua im Süden auf der Bahn zu transportieren, sagt er.

«Zu meiner ganz grossen Enttäuschung ist es bei der Absichtserklärung von Deutschland geblieben.»

Über die ganzen 45 Minuten zieht sich ein roter Faden: Die Schweiz kann's, Deutschland nicht. Es müssen wohlige Momente sein für hiesige Zuschauer, steht die Schweiz in Europa doch in hartem Gegenwind wegen des Rahmenabkommens. Für einmal gibt es ausschliesslich Streicheleinheiten für die Eidgenossenschaft. Wohl bekomm's, dem helvetischen Gemüt.

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