Türke muss nach Tötung der Ehefrau ausreisen

STRASSBURG. Obwohl ein 65jähriger Türke an einer psychischen Krankheit leidet und auf ständige Betreuung angewiesen ist, muss er unser Land verlassen.

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STRASSBURG. Obwohl ein 65jähriger Türke an einer psychischen Krankheit leidet und auf ständige Betreuung angewiesen ist, muss er unser Land verlassen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sieht in der Wegweisung des Mannes, der vor 14 Jahren seine Frau erschossen hat, keinen Verstoss gegen die Menschenrechte.

Psychiatrische Betreuung

Der heute 65jährige Türke war vor 27 Jahren in die Schweiz eingereist und wurde als Flüchtling anerkannt. Kurz nachdem er die Niederlassungsbewilligung erhalten hatte, reisten auch seine Frau und seine Kinder in die Schweiz ein. Anlässlich eines Streits im Herbst 2001 tötete der Türke seine Ehefrau mit drei Kopfschüssen und einem Bauchschuss. Das Zürcher Obergericht verurteilte ihn wegen vorsätzlicher Tötung zu einer Zuchthausstrafe von acht Jahren. Gleichzeitig ordnete es – aufgrund einer psychischen Erkrankung, die den schizophrenen Krankheitsbildern zuzurechnen ist – eine stationäre Massnahme gegen den Türken an, aus der er im April 2010 bedingt entlassen worden ist. Seither erfolgte die psychiatrische Betreuung in einem Wohn- und Pflegeheim, wobei der Türke schwere Rückfälle erlitt und erneut stationär behandelt werden musste.

Bei allen Instanzen abgeblitzt

Aufgrund des Tötungsdelikts widerrief der Kanton Zürich 2010 die Niederlassungsbewilligung des immer noch als Flüchtling anerkannten Türken und wies ihn aus der Schweiz weg. Sämtliche Instanzen schützten dieses Vorgehen. Darauf rief der Türke, der immer noch in der Schweiz lebt, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an. Allerdings ohne Erfolg, die Strassburger Richter haben sämtlich Einwände des Türken und alle Vorwürfe gegen die Schweiz als nicht stichhaltig eingestuft. (tzi)

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