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TRUMP AM WEF: "Das Letzte, was wir brauchen"

Die Mehrheit der Parteien in Graubünden steht hinter dem Besuch des US-Präsidenten Donald Trump am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Der Besuch sei eine einmalige Gelegenheit. Einzig die SP Graubünden geht auf die Barrikade.
Die Mehrheit der Bündner Parteien begrüsst den Besuch von Donald Trump am WEF in Davos. (Bild: ANDREW HARNIK (AP))

Die Mehrheit der Bündner Parteien begrüsst den Besuch von Donald Trump am WEF in Davos. (Bild: ANDREW HARNIK (AP))

Dieser Artikel erschien zuerst am 10. Januar 2018 auf FM1-Today.

Wie ein Lauffeuer hat sich die Nachricht verbreitet, dass Donald Trump Ende Januar nach Davos reisen soll. Der letzte amtierende US-Präsident am Weltwirtschaftsforum (WEF) war Bill Clinton. Wie das Weisse Haus am Dienstagabend bekannt gab, kommt der amerikanische Präsident zum WEF um seine "America First"-Agenda voranzutreiben. Bei den Graubündner Parteien ist Donald Trump mehrheitlich willkommen.

"Jeder ist willkommen"

"Wer eine Einladung ans WEF erhält, der darf auch kommen", sagt Elisabeth Mani-Heldstab, Vizepräsidentin der BDP Graubünden. "Es gibt viele Themen, die uns im Zusammenhang mit Donald Trump beschäftigen. Das WEF bietet einflussreichen Frauen und Männern die Chance, mit dem amerikanischen Präsidenten über solche Themen zu sprechen." Dies macht laut Elisabeth Mani-Heldstab den berühmten "Spirit of Davos" aus. "Hier müssen alle miteinander am gleichen Tisch sitzen und einander in die Augen schauen. So entsteht ein Austausch, welcher unter dem Jahr gar nicht möglich ist."

Dieser Meinung ist auch Reto Crameri, Grossrat und Mediensprecher der CVP Graubünden. "Nur weil Trump zu uns kommt, muss man seine Politik nicht gut finden. In der Schweiz ist jeder willkommen. Ausserdem bin ich überzeugt, dass das WEF eine Chance ist für einen Dialog unter den Ländern und den Staatschefs. Wenn man nicht miteinander spricht, wird es keine Lösungen geben."

"Wir freuen uns darauf"

Der letzte Besuch eines amerikanischen Präsidenten ist 18 Jahre her. Aus diesem Grund hat für Bruno Klaus, Kantonalpräsident FDP Graubünden, das Kommen von Donald Trump eine sehr grosse Bedeutung. "Es ist wichtig für Davos, den Kanton und die ganze Schweiz. Wir freuen uns sehr über den berühmten Besuch."

Mit dieser Meinung ist die FDP Graubünden nicht alleine. Auch Heinz Brand, Nationalrat und Präsident der SVP Graubünden, begrüsst den Besuch sehr. "Es zeigt, welche Bedeutung dieser Anlass für den amerikanischen Präsidenten hat." Ob man mit seiner Politik einverstanden ist, spielt für Heinz Brand keine Rolle. "Dann stünde auch bei anderen WEF-Teilnehmern ein grosses Fragezeichen. Davos ist ein Platz für einen globalen Meinungsaustausch, da gehören auch Meinungen dazu, die nicht jeder teilt."

"Das Letzte, was wir brauchen"

Ganz anderer Meinung ist die SP Graubünden. Sie empfängt den amerikanischen Präsidenten nicht mit offenen Armen. "Wir wollen hier keinen Sexismus, keine Fremdenfeindlichkeit und auch keine Abschottung oder Leugnung des Klimawandels. Das ist das Letzte, was der Kanton Graubünden braucht", sagt Parteipräsident Philipp Wilhelm. Es sei wichtig auszudrücken, dass man Trumps Politik nicht unterstützt. "Wenn Trump kommen will, dann kommt er. Wir müssen aber klar machen, dass seine Positionen hier nicht willkommen sind."

"Stay out of Davos"

Widerstand gegen den Trump-Besuch gibt es auch aus anderen Richtungen. Eine Online-Petition versucht, das Kommen des amerikanischen Präsidenten zu verhindern. Dahinter steht die Schweizer Kampagnen-Organisation Campax. Sie wirft Donald Trump Rassismus, Sexismus, Frauenfeindlichkeit und eine Politik, die Armut und Ungleichheit vertieft, vor. Die Protestaktion mit dem Namen "Trump not welcome – stay out of Davos!" hat bis am Mittwochmittag schon über 1000 Unterschriften gesammelt.

Kantonspolizei trifft Vorkehrungen

Die Kantonspolizei Graubünden bereitet sich derweil auf den Besuch von Donald Trump vor. Solch hohe Staatsbesuche seien eine Herausforderung, sagt Sprecher Walter Schlegel.

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