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Tödliche Tropennächte

In der Schweiz steigen die Temperaturen besonders stark. Ab 32 Grad nimmt die Zahl der zusätzlichen Todesfälle in den Städten um 12 Prozent zu.

Trocken- und Hitzeperioden werden häufiger, die Gletscher schmelzen weg, der Permafrost schwindet. «Das wird am Bergsturz von Bondo augenfällig», sagte Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), gestern. Solche Ereignisse würden zunehmen. Sein Bundesamt stellte vier Projekte aus dem Pilotprogramm zur Bewältigung des Klimawandels vor; es besteht aus insgesamt 31 Projekten. Die Schweiz ist vom Klimawandel stark betroffen. 2 Grad beträgt die Erwärmung seit Messbeginn 1864. Sie ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad). Die Temperatur in der Schweiz könnte bis 2060 um zusätzliche 1 bis 3 Grad steigen. Dafür gilt es sich auf allen Ebenen zu wappnen, sagte Chardonnens. Es sei besser, sich bereits heute vorzubereiten, statt nachträglich die Schäden zu beheben.

Ein vorgestelltes Projekt befasst sich mit der Hitze und der Sterblichkeit. Laut Martin Röösli vom Tropen- und Public-Health-Institut gab es im Hitzesommer 2003 rund 1000 zusätzliche Todesfälle, 2015 waren es 800. In den acht von ihm untersuchten grössten Städten stieg die Zahl der zusätzlichen Todesfälle bei 32 Grad um 12 Prozent. Risikogruppen sind ältere oder ganz junge Menschen. Ursache für die höhere Sterblichkeit sind nicht unbedingt die Tagestemperaturen, sondern die Tropennächte mit über 20 Grad. Da könne sich der Körper anfälliger Personen nicht mehr erholen. Röösli und seine Mitforscher stellten auch fest, dass in Städten der West- und Südschweiz, wo in den Jahren nach 2003 Hitzemassnahmen getroffen wurden, die Zahl der hitzebedingten Todesfälle sank.

Das wichtigste Instrument im Kampf gegen die Erwärmung ist die Senkung des Ausstosses von Treibhausgasen. Im Rahmen des Pariser Klimaübereinkommens hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Emissionen bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. (sda)

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