Tiefere Prämienrabatte, weniger Wahlfreiheit

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will die Wahlfreiheit der Krankenversicherten reduzieren und Rabatte auf hohen Franchisen kürzen. Zwei von fünf Wahlfranchisen, jene von 1000 und 2000 Franken, sollen wegfallen. Die Versicherten nutzten sie nur wenig.

Merken
Drucken
Teilen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will die Wahlfreiheit der Krankenversicherten reduzieren und Rabatte auf hohen Franchisen kürzen. Zwei von fünf Wahlfranchisen, jene von 1000 und 2000 Franken, sollen wegfallen. Die Versicherten nutzten sie nur wenig. Grössere Folgen hat die gleichzeitig geplante Reduktion der Prämienrabatte. Krankenversicherte mit der höchsten Franchise von 2500 Franken etwa sollen ab 2017 pro Jahr bis zu 440 Franken mehr bezahlen. Diese wählen die Versicherten neben der Standardfranchise von 300 Franken am häufigsten. Über eine Million Versicherte wären betroffen. Das BAG schickte die Prämienpläne im September in die Anhörung, die noch bis Ende November läuft. Krankenkassen und Politiker übten Kritik, die jungen Grünliberalen lancierten eine Petition. Ständerat Ivo Bischofberger (CVP/AI) reichte einen Vorstoss ein. Das Departement von Bundesrat Alain Berset entscheidet in den nächsten Monaten. Es will die Reaktionen berücksichtigen. Die Änderungen sollen 2017 in Kraft treten.

Oliver Peters ist seit September 2013 Vizedirektor des BAG und leitet den wichtigen Bereich Kranken- und Unfallversicherung. Er war früher persönlicher Mitarbeiter des Waadtländer Gesundheits- und Sozialdirektors Pierre Yves-Maillard (SP), der 2011 erfolglos für den Bundesrat kandidierte. Danach war er Finanz- und Betriebschef des Universitätsspitals Lausanne, wo er unter anderem die neue Spitalfinanzierung und das elektronische Patientendossier einführte sowie das Finanzwesen reorganisierte. (tga)