Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Tessiner Autobahnzubringer lässt auf sich warten

Für die Anbindung des Locarnese an die Autobahn liegt endlich ein Projekt für eine Umfahrungsstrasse mit Tunneln vor. Doch im besten Fall wäre diese im Jahre 2035 bereit.
Gerhard Lob, Locarno
Das geplante Projekt. (Quelle: Stepmap/Karte: jbr)

Das geplante Projekt. (Quelle: Stepmap/Karte: jbr)

Einheimische wie Touristen ­kennen das Problem. Wer von der Autobahnausfahrt Bellinzona Süd in Richtung Locarno/Ascona fährt, muss sich in Geduld üben. Die alte Kantonsstrasse via Cadenazzo und Quartino ist in der ­Regel hoffnungslos überlastet. Die Folge sind Stau sowie Stop-and-go-Verkehr. In der Gegenrichtung ist es nicht besser. Seit Jahrzehnten fordern die Gemeinden des Locarnese, vorab Locarno und Ascona, im Einklang mit Touristikern, den Bau einer direkten Schnellstrasse zwischen A13 (Umfahrungstunnel Locarno) und der A2. «Das Locarnese ist die letzte Grossagglomeration der Schweiz, die nicht an das Nationalstrassennetz angebunden ist», sagt Claudio Zali (Lega), Direktor des kantonalen Bau- und Umweltdepartements.

Kein Widerstand von Naturschützern

Das bisher planerisch aussichtsreichste Projekt – die sogenannte Variante ’95 – wurde 2007 in einer kantonalen Volksabstimmung versenkt. Die Linienführung mitten durch die Magadino­ebene war auf harte Kritik gestossen. Über zehn Jahre dauerte es, um ein neues Generalprojekt auszuarbeiten. Es handelt sich um die kürzlich präsentierte Variante 6A, die – im Gegensatz zu den Vorläufern – weitgehend unter­irdisch im Tunnel verläuft. Zentrale Elemente sind zwei 6,45 Kilometer lange Röhren, je ein­spurig mit Pannenstreifen, welche zwischen Quartino und S. Antonino auf der linken Seite der ­Magadinoebene verwirklicht werden sollen.

Zwischen der Autobahnausfahrt Bellinzona Süd und S. Antonino soll durch eine Tieferlegung der Strasse ein Kunsttunnel von 640 Metern Länge geschaffen werden. Die weitgehend unterirdische Strassenverbindung bis zur Querung des Flusses Ticino hat folglich den Vorteil, dass der Durchgangsverkehr aus den Dörfern sozusagen im Berg verschwindet. Darum sind auch Naturschützer und Grüne gegenüber der Variante 6A positiv ­gestimmt. Das Bundesamt für Strassen hat bei der Ausarbeitung des Generalprojekts, das sich nun in der Vernehmlassung befindet, bereits mitgewirkt. Allerdings hat dieses Luxusprojekt seinen Preis und lange Realisierungszeiten. Veranschlagt werden 1,45 Milliarden Franken – ein Betrag, der weitgehend vom Bund gestemmt werden muss, an den im Jahr 2020 im Rahmen des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds NAF die Kompetenz für die Verbindungsstrasse A13-A2 übergeht. Der Bundesrat muss dann festlegen, welche Priorität er dieser Verbindung einräumt.

Im besten Fall erfolgt ein Entscheid 2021. Für die Realisierung der Tunnels sind acht bis zehn Jahre geplant. Eine Inbetriebnahme ist vor 2035 nicht möglich, wahrscheinlicher ist sogar 2038. Das ist noch lange. Das Bau- und Umweltdepartement hatte daher vorgeschlagen, den Verkehr bereits auf der jetzigen Kantonsstrasse mit punktuellen Massnahmen etwas flüssiger zu gestalten. Doch der Vorschlag, drei Kreisverkehre mit «intelligenten Ampeln» auszustatten, fiel im Grossen Rat durch. Sehr zum ­Ärger der Gemeinden des Locarnese, die sich in einer geharnischten Stellungnahme enttäuscht von der kantonalen Legislative zeigten. «Das bedeutet, dass es keine Übergangslösung geben wird, bis die Umfahrung verwirklicht ist – zum grossen Leidwesen von Arbeitspendlern und Touristen in unserer Region», so die ­regionale Verkehrskommission.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.