Teilerfolg im Kampf gegen lärmige Güterzüge

Die Thurgauer Ständerätin Brigitte Häberli-Koller will strengere Richtlinien für Güterzüge. Der Rat hat ihre Motion an die Kommission überwiesen – gegen den Willen des Bundesrates.

Marina Winder
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BERN. Der Bundesrat will im Streit um den Güterzuglärm den eingeschlagenen Weg nicht verlassen. So sollen die Emissionsgrenzwerte für Güterzüge erst per 1. Januar 2020 eingeführt werden. Für Brigitte Häberli-Koller (CVP/TG) ist das zu spät. Sie will die Einführung der Grenzwerte mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels Ende 2016 koordinieren.

Vier Jahre sollen genügen

Das sei gerechtfertigt, weil die Schweiz damit dem europäischen Transitverkehr eine äusserst leistungsfähige Bahnachse zur Verfügung stelle, sagte Häberli-Koller gestern. Die Frist von vier Jahren genüge, um die Güterwagen umzurüsten, insbesondere wenn der Bonus für lärmsanierte Güterwagen verdoppelt werde. Häberli-Koller schlägt zudem einen Lärmmalus von vier Rappen pro Achskilometer für nicht sanierte Wagen vor – als Übergangsmassnahme bis zur Einführung der Emissionsgrenzwerte.

Gesetz über Lärmsanierung

Der Bundesrat hatte die Ablehnung der Motion beantragt. Der Ständerat unterstützte gestern aber den Antrag von Häberli-Koller, die Motion an die Verkehrskommission zu überweisen. Damit steigen die Chancen, dass das Anliegen in das Bundesgesetzes über die Lärmsanierung der Eisenbahnen einfliesst.

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