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TARIFÜBERSICHT: Meierhans lanciert Spitalvergleich

Preisüberwacher Stefan Meierhans schafft mehr Transparenz im Gesundheitswesen: Wer eine Behandlung vor sich hat, kann künftig die Tarife der Spitäler vergleichen.
Michel Burtscher
Die Entwicklung im Gesundheitswesen bereitet Preisüberwacher Stefan Meierhans Sorgen. (Bild: Lukas Lehmann/Keystone (Bern, 23. Februar 2018))

Die Entwicklung im Gesundheitswesen bereitet Preisüberwacher Stefan Meierhans Sorgen. (Bild: Lukas Lehmann/Keystone (Bern, 23. Februar 2018))

Michel Burtscher

Preisüberwacher Stefan Meierhans ist alarmiert: Seit der ­Einführung der obligatorischen Krankenversicherung im Jahr 1996 sind die Krankenkassenprämien für Erwachsene um durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr gestiegen. Diese Entwicklung bereite ihm die «grössten Sorgen», sagte Meierhans gestern an einer Medienkonferenz. Nicht nur ihm: Von den 1488 Bürgermeldungen, die der Preisüberwacher im vergangenen Jahr bearbeitet hat, betrafen die meisten, rund 19 Prozent, das Gesundheitswesen. Dabei könnte die Bevölkerung selbst Einfluss nehmen auf die Entwicklung der Kosten – unter anderem mit der Wahl des Spitals.

In diesem Bereich will der Preisüberwacher nun die ­Transparenz erhöhen und hat ein ­Onlinevergleichsportal für Spi­täler lanciert. Nach Kanton und ­Krankenkasse sind die Tarife für zwanzig häufige stationäre Spitalbehandlungen aufgelistet: Dazu gehören etwa die Implantation eines künstlichen Kniegelenks, die Entfernung von Gaumenmandeln oder ein Kaiserschnitt nach 33 Wochen. Und die Liste zeigt: Die Unterschiede sind ­teilweise gross: Der Tarif für die ­Implantation eines künstlichen Kniegelenks beträgt in der Klinik St. Georg im Kanton St. Gallen beispielsweise rund 16500 Franken, im Unispital Zürich 21000 Franken. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Tarife für die Wohnbevölkerung eines Kantons und ausserkantonale Patienten unterschiedlich sein können.

Die Bevölkerung sensibilisieren

Das Vergleichsportal richtet sich laut Meierhans in erster Linie an die Bevölkerung. «Dazu gehören die Patienten wie auch die Prämien- und Steuerzahler.» Dass sich Patienten bei der Spitalwahl durch die Angaben auf dem Portal bei der Spitalwahl direkt beeinflussen lassen, darauf will er nicht alleine bauen: «Die Ersparnis für den Patienten selbst ist dafür möglicherweise tatsächlich zu gering.» Den Grossteil der Kosten für stationäre Behandlungen tragen nämlich die Versicherer und die Kantone. Meierhans hofft aber, mit dem Portal die Bevölkerung zu sensibilisieren und eine Diskussion anzustossen über die grossen Tarifunterschiede.

Dabei hat er auch die Kantonsregierungen im Blick. «Sie sind verantwortlich für diese Unterschiede, denn sie sind es, welche die unterschiedlichen ­Tarife genehmigen», sagt Meierhans. Wie viel ein Eingriff kostet, hängt vereinfacht gesagt nämlich von zwei Faktoren ab: dem Behandlungsaufwand für den eingriff und dem sogenannten Basispreis. Der Basispreis ist eine Art Durchschnittswert für stationäre Behandlungen in einem bestimmten Spital und kann je nach Klinik variieren. Dieser Basispreis wird von den Versicherern und den Spitälern ausgehandelt und schliesslich von den Kantonen genehmigt.

Bei der Konferenz der kan­tonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) begrüsst man, wenn im Gesundheitswesen mehr Transparenz geschaffen wird, wie die stellvertretende Zentralsekretärin Kathrin Huber sagt: «Wenn der Markt spielen soll, dann ist Transparenz eine Voraussetzung.» Aber sie ist skeptisch, ob das Portal den Patienten viel bringt. Die Informationen zu verstehen sei nicht trivial, weil beispielsweise für viele Versicherer unterschiedliche Preise gelten würden. Das erschwere es, einen Überblick über die Spitäler zu erhalten.

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